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Für 350 000 Euro: Neues Feuerwehrauto für Affeln

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Von: Peter von der Beck

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Eine gut ausgerüstete Feuerwehr hilft Leben retten und Schäden minimieren. Jetzt wird ein das 25 Jahre alte Hilfeleistungslöschfahrzeug durch eines der aktuellen Generation ersetzt.
Eine gut ausgerüstete Feuerwehr hilft Leben retten und Schäden minimieren. Jetzt wird ein das 25 Jahre alte Hilfeleistungslöschfahrzeug durch eines der aktuellen Generation ersetzt. © von der Beck, Peter

Die Stadt Neuenrade investiert in die Sicherheit und kauft für die Freiwillige Feuerwehr Neuenrade, Löschgruppe Affeln, für knapp 350 000 Euro ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug – ein HLF20. Es soll im Herbst geliefert werden.

Neuenrade - „Es gibt einen Ratsbeschluss, nach dem alle Fahrzeuge, die mehr als 25 Jahre alt sind, ersetzt werden sollen“, erklärte Feuerwehrchef Karsten Runte. Das sei in diesem Fall soweit. Normale Autos gelten dann schon als Oldtimer und bekommen zumindest versicherungstechnisch einen Sonderstatus. Feuerwehrautos werden in der Regel so lange genutzt. Dann wird es sicher ohnehin knapp mit etwaigen Ersatzteilen. Das alte Fahrzeug soll verkauft werden. „Da kommt es auf den Zeitpunkt an“, so Runte. Es gelte den Markt zu beobachten, um den optimalen Preis zu erzielen.

Die Laufleistung des alten Fahrzeugs ist im Vergleich zu zivilen Fahrzeugen dabei relativ bescheiden. „Das ist keine 50 000 Kilometer gelaufen“, schätzt Karsten Runte. Das ist für Feuerwehrfahrzeuge aber normal, schließlich sind fast alle Einsatzfahrten innerhalb des Stadtgebietes – da kommen eben nicht viele Kilometer zusammen. Runte verweist darauf, dass eine Tour zu einem Leistungsnachweis in Meinerzhagen schon zu den langen Fahrten gehört.

Runte hat sich für ein HLF20 entschieden, weil es ein vielseitiges Fahrzeug ist, das sowohl bei einem Verkehrsunfall wie auch bei der ersten Brandbekämpfung sehr gut eingesetzt werden kann. Zudem war es für „einen günstigen Paketpreis“ zu haben. Handelt es sich doch um ein Serienmodell, ein genormtes Fahrzeug, bei dem die Beladung im Preis inbegriffen ist. Zudem kann er „schon mit sechs bis sieben Mann Besatzung sehr flexibel alles an Einsätzen abdecken“, was in der Regel vorkomme. „Da kann man effektiv die Zeit überbrücken, bis die nächste Löschgruppe auftaucht“, sagte Runte.

Das bestellte Fahrzeug verfügt über einen 2000-Liter-Tank, mit dem man schon einiges machen kann, bis denn eine Schlauchleitung aufgebaut sei. Es gebe auch die 600-Liter-Version, die aber nun gar nicht reiche. „Dann sind gerade mal alle Schläuche voll und man kann zwei Minuten löschen – das war es dann.“ Mit dem großen Tank sei man da viel flexibler.

Zusätzlich enthält das neue Fahrzeug – 299 PS Leistung auf einem Mercedes-Fahrgestell und mit einem Magirus-Aufbau – ein Hebekissen, Schläuche und den schweren Spreizer. „Das Fahrzeug ist schon beim Abholen einsatzfähig.“ Klare Sache, dass es für die Fahrer/Bediener im Werk schon eine Einweisung gibt. „Außerdem werden wird hier vor Ort auch noch mal schulen“, sagte Runte. Übrigens benötigt man gut zwei Jahre Vorlauf, bis schließlich so ein Fahrzeug bei der heimischen Feuerwehr ankommt. Im Prinzip kann sich der Leiter der Neuenrader Feuerwehr daher schon mit dem nächsten Großfahrzeugkauf beschäftigen. 2025 ist das nächste Fahrzeug fällig.

Bleibt noch die Frage nach moderner Technologie. Runte glaubt nicht, dass ein Feuerwehrwagen mit Elektromotor hierzulande sinnvoll ist. „Das sehe ich bei Feuerwehrautos nicht – zumindest auf dem Land.“ Seines Wissens nach gebe es in Berlin Feuerwehrautos mit Elektromotor, die dann allerdings auch gleich eine gute Million Euro pro Stück kosten würden. Die seien auch sicher nur für den spezifischen Großstadteinsatz in einem Bezirk geeignet.

Überörtliche Hilfe sei wohl kaum möglich. Hier im Sauerland sei schon die niedrige Bodenfreiheit ein Problem für die Geländegängigkeit, sagte Runte. Allerdings könne er sich ein E-Auto durchaus im Bereich First Responder vorstellen.

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