Ein neuer Bürgermeister und ein neuer Ortsteil

Klingenthals neuer Bürgermeister: Thomas Hennig.

neuenrade -   Gravierende Neuigkeiten gibt es aus Neuenrades Partnerstadt Klingenthal: Nicht nur, dass die Gemeinde mit Zwota zum Jahresbeginn fusioniert ist, auch hat das neue, etwa zehntausend Einwohner starke Gemeinwesen, nun mit Thomas Hennig einen neuen Bürgermeister.

Der wurde am Sonntag mit 97 Prozent der abgegebenen Stimmen gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 50 Prozent, Gegenkandidaten gab es nicht.

Bürgermeister Klaus Peter Sasse schickte seinem neuen – parteilosen – Amtskollegen noch am Sonntagabend eine Glückwunsch-SMS, weil er ihn telefonisch noch nicht erreichen konnten. Der neue Mann an der Spitze ist 35 Jahre alt, verheiratet, Vater eines Sohnes.

Mit den Klingenthalern verbindet die Neuenrader eine langjährige Partnerschaft, die durch viele persönliche Kontakte getragen wird. Dabei sind es eben nicht nur die Honoratioren, die hier Kontakt halten, sondern Menschen aus vielen gesellschaftlichen Bereichen in allen Altersklassen. Das zumindest erzählen Bürgermeister Klaus Peter Sasse und Hauptamtsleiter Dierk Rademacher. Und in der Tat – so hat die Neuenrader Jugendfeuerwehr Kontakte ins Vogtland, selbstverständlich kommen die Klingenthaler jeweils zum Gertrüdchen in die Hönnestadt und die Neuenrader sind regelmäßig im Vogtland, stellen zum Beispiel bei den Musiktagen in Klingenthal einen Preis im Wert von 1500 Euro zur Verfügung.

Die ersten Kontakte zwischen Neuenrade und den Klingenthalern gab es in der ersten Hälfte des vorherigen Jahrhunderts als die Neuenrader Musikindustrie, vertreten unter anderem durch die Firma Heerfeld, Fachkräfte aus dem Vogtland anwarb, unter anderem für den Akkordeonbau. Viel, viel später dann kurz vor dem unerwarteten Ende der DDR, war es dann Klaus Peter Sasses Amtsvorgänger Hans Schmerbeck, der trotz des eisernen Vorhanges Kontakt zu den Klingethalern suchte. Alles war schon strammgezogen, alle wollten diese Partnerschaft, nur die damalige DDR-Regierung versagte die Genehmigung mit der Begründung, dass es wohl schon genug Partnerschaften gebe. Nicht lange danach war diese DDR-Regierung Geschichte, und nach 1989 konnten die Neuenrader und die Klingenthaler schnell die vorhandenen Kontakte vertiefen und besiegeln. Seit dem Sommer 1990 besteht die Partnerschaft daher offiziell. Wie gesagt, sehr rege waren seither die politischen Beziehungen – überparteilich – versteht sich. Und auch die beiden Stadtverwaltungen hatten Kontakt. Die Neuenrader Verwaltung habe dann auch beim Aufbau der kommunalen Selbstverwaltung behilflich sein können, erinnert sich Dierk Rademacher. Damals hätten er und sein Klingenthaler Pendant Martin Thomas da kooperiert. Es steht auch auf Neuenrader Stadtgebiet ein Symbol für die Partnerschaft: So gibt es auf dem Schulhof der Burgschule rund um den eingefassten Bereich der als Einheitssymbol gepflanzten deutschen Eiche den Platz der deutschen Einheit. Auch sonst lässt Bürgermeister Sasse, speziell am 3. Oktober, selten eine Gelegenheit aus, um an die Partnerschaft zu erinnern.

Bürgermeister Sasse, der Thomas Hennig auch persönlich kennt, geht davon aus, dass auch unter dem neuen Klingenthaler Bürgermeister die Partnerschaft lebendig erhalten wird.

Von Peter von der Beck

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