Neuenrades Pfarrer feiert Jubiläum

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Pfarrer Dieter Kuhlo-Schöneberg.

Neuenrade – 25-jähriges Ordinationsjubiläum feiert Neuenrades Pfarrer Dieter Kuhlo-Schöneberg am Wochenende. Ein Mann, der Spuren hinterlässt und Spiritualität schätzt.

Es ist ein Beruf, der sich sicher nur mit großer mentaler Stärke und viel Spiritualität ausüben lässt. 25 Jahre lang hat Dieter Kuhlo-Schöneberg nun diese Aufgabe mit Herz, Hirn und tiefem Glauben bewältigt. Am Sonntag begeht der ursprünglich aus Dortmund stammende Mann sein Jubiläum als evangelischer Pfarrer. In Neuenrade bewältigte er seit einigen Jahren nun mithilfe seiner Ehefrau Monika und engagierten Gemeindegliedern die seelsorgerische Betreuung der evangelischen Gemeinde Neuenrade. 

Als Krankenpfleger in Israel

Zuvor hatte er einige Stationen in Westfalen, in Werdohl-Pungelscheid mit zeitgleichen Wirkungsstätten in einem Hospiz oder in Altenhilfeeinrichtungen hinter sich gebracht. Weitere Stationen waren eine Krankenpfleger-Lehre in Berlin und die Arbeit als Krankenpfleger in der Neurochirurgie in einer Klinik in Israel. Ordiniert wurde er 1994 im Ostwestfälischen Rahden, war zuvor Vikar in Espelkamp. Prägend war später seine Zeit ab 1999 in Werdohl und vor allem als Seelsorger im Lüdenscheider Hospiz, im Amalie Sieveking-Haus. 12 Jahre, bis 2011, wirkte er dort. 

Bei all den Sterbenden, die er bis zum Tod begleitet hat, lässt sich sein Erlebnishorizont nur erahnen, so manchen letzten Wunsch hat er den Sterbenden erfüllt. 2013 eröffnete sich für ihn in Neuenrade eine neue Perspektive – er wurde Pfarrer in dieser großen Gemeinde. Dort, wo er zuvor wirkte, hat er Spuren hinterlassen, aber auch Freundschaften gewonnen, wie zu dem Hospiz-Leiter Hans-Peter Osterkamp. Liebevolle Zitate gibt es über ihn: „Ein von Grund auf lieber und ehrlicher Mensch“ heißt es an einer Stelle über den Menschen und Pfarrer. 

Andacht in Südtirol bringt Berufswunsch

Warum Dieter Kuhlo-Schöneberg Pfarrer wurde, kann er ganz genau sagen: Während einer Jugendfreizeit 1979 in Südtirol überkam es ihn bei einer Andacht des Pfarrers Heribert Kleinert. Da hatte er das Gefühl, dass er urplötzlich „persönlich angesprochen wurde. Das war so intensiv, das mit Gott. Da war Nähe, Geborgenheit und Wärme, verbunden mit einer tiefen Freude.“ Ohnehin war er schon als junger Mann dem Religiösen zugetan, befasste sich intensiv mit der Bibel. Bei der Bundeswehr gab es dann eine Vielzahl von Kleinigkeiten, die ihn schließlich darin bestärkten, ein Theologiestudium aufzunehmen. 

"Glaube ist keine Privatsache"

Den Glaubensschatz dürfe er „nicht im Herzen vergraben“, sondern müsse ihn teilen – das wurde ihm klar. „Der Glaube, das ist keine Privatsache“, sagt Kuhlo-Schöneberg rückblickend dazu. Spiritualität, die Nähe zu Gott spielt eine große Rolle für ihn. Gott wirke. Da gab es Sachen, „die richtig groß waren“. 

Gut erinnert er sich noch an die 100 000 Euro, die eine Frau aus Soest dem Hospiz vermacht hatte, nur einem Tag nachdem das Hospiz vor großen finanziellen Schwierigkeiten stand. Oder, dass Pungelscheid weitestgehend nur mit Spenden betrieben wurde, war für ihn auch wie ein Wunder. 

Dieter Kuhlo-Schöneberg, verheiratet und Vater von fünf Kindern, hatte bei intensiver seelsorgerischer Arbeit nicht immer einfache Zeiten. Zwischenzeitlich sei er öfter zuhause gewesen, aber selten mit den Gedanken zuhause. Letztlich habe sich aber alles zusammengefügt, Gott habe ihm den Weg gewiesen.  Dieter Kuhlo-Schöneberg ist ein tiefgläubiger Mensch und erzählt immer wieder Begebenheiten, wie durch Gott und den Glauben immer wieder neue Hoffnung aus Schicksalsschlägen erwächst. 

37 Austritte, 32 Taufen

Gleichwohl: Es gibt immer mehr Menschen, die sich von der Kirche abwenden. Kuhlo-Schöneberg verweist auf aktuell 37 Austritte, denen 32 Taufen gegenüberstehen. Er sieht, dass die Kirche „jedes Jahr 1,5 bis 2 Prozent Mitglieder“ verliere. Und plötzlich seien Pfarrer Mangelware, das sei anders als früher. 

Für die Zukunft hat Kuhlo-Schöneberg Wünsche: „Noch mehr Ökumene“ kann er sich vorstellen. Das funktioniere in Neuenrade sehr schön. Er bestätigt: Christen rückten zusammen. Sie würden sich helfen, ergänzen und erfrischen, es sei eine erfreuliche Zusammenarbeit. Und der Pfarrer erhofft sich noch mehr. Er wünscht sich eine Erweckungsbewegung für die Stadt, wünscht sich, dass die Menschen spüren würden, „wie nah Gott uns kommt, wie der Glaube Hoffnung gibt“.

Von Peter von der Beck

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