Neuenrades Entsorger: Führer einer Hightech-Maschine

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StadtwerKe-Mitarbeiter Horst Hein (links) und Neuenrades Entsorger Salim Kuzu vor dem Remondis-Fahrzeug.

NEUENRADE - Es ist eine große, fahrbare und auch teure Maschine für die Salim Kuzu verantwortlich ist. Das Cockpit kann sich dabei sehen lassen: Das Lenkrad ist rechts, neben den üblichen Armaturen eines Lastwagens gibt es noch vier weitere Monitore, einen Joy-Stick für den Greifarm und noch mehr. Müll wird heutzutage effektiv und mit viel Technik entsorgt.

Von Peter von der Beck

Der Neuenrader Salim Kuzu fährt die teure Maschine, für deren Gegenwert man sicherlich ein Haus bekommt. Er sammelt den Hausmüll, den Biomüll, das Altpapier mit seiner Maschine ein und das tut er seit vielen, vielen Jahren. Kein Wunder. dass er im Städtchen gut bekannt ist. Wenn er einkaufen geht, muss er häufig die Hand zum Gruß erheben. In diesen Tagen schaut nun manch ein Neuenrader genauer hin, denn der 53-Jährige ist nun bei einem neuen Entsorger angestellt. Die Firma Sita aus Lennestadt wurde übernommen. Salim Kuzu arbeitet daher nun per 1. Dezember bei der Remondis Olpe GmbH. Da sollen sich die Neuenrader nicht wundern, wenn plötzlich ein Müllwagen mit einem anderen Emblem und Salim Kuzu in einem neuen Outfit durch die Stadt tourt.

Dass Salim bei dem neuen Unternehmen weiter beschäftigt bleibt, darauf habe man bei der Vertragsunterzeichnung mit dem neuen Entsorger geachtet, erläutert Stadtwerke-Mitarbeiter Horst Hein. Denn man wollte sich durch die weitere Mitarbeit von Salim Kuzu die gute Leistung für die Neuenrader sichern. Der Mann, verheiratet und vierfacher Vater, ist seit 1989 für die Entsorgung in Neuenrade im Einsatz. Er hat sich hoch gearbeitet, stand in den Anfangszeiten noch hinten auf dem Trittbrett.

Nun behalten die Neuenrader Salim Kuzu. Der ist nicht nur an zwölf Tagen für die Entsorgung in Neuenrade zuständig. An acht Tagen im Monat entsorgt er auch in Herscheid.

Salim Kuzu hält übrigens große Stücke auf das in der Hönnestadt herrschende Wiegesystem. Das auf dem Verursacherprinzip fußende System sei gerechter als das Volumensystem – auch unter widrigen Umständen. Beim Volumensystem hingegen müsse der ordentliche Sortierer und Entsorger auch den schweren Schutt des Nachbarn über die Umlage mitbezahlen. Neuenrade sei von daher gar umweltfreundlicher in Sachen Entsorgung als andere Städte und das schon seit 1989, seinerzeit habe man schon eine separate Papiersammlung gehabt und bereits seit 1993 werde Biomüll gesammelt.

Dass viele Neuenrader wegen des Wiegesystems ihren Müll illegal in anderen Städten entsorgen, glauben weder Salim Kuzu noch Horst Hein. Kuzu glaubt gar, dass die Neuenrader eher sensibilisiert seien und Müll vermeiden würden.

Zahlen: Allein rund 4100 Restmüllbehälter gibts in Neuenrade. 800 bis 900 Behälter schafft Salim Kuzu pro Tour und 60 bis 70 Kilometer fährt er dann pro Tag. In Herscheid hat er auch mal 160 Kilometer am Tag zu bewältigen – dort ist es eben nicht so städtisch wie in Neuenrade.

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