Spenden für Straßenhunde

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Sabine Schröder, Sabine Hupertz und Annette Thomée. ▪

NEUENRADE ▪ Nicht nur die Menschen in Griechenland leiden unter der Wirtschaftskrise. Auch die Tiere trifft es, wenn Herrchen und Frauchen sich plötzlich kein Hunde- und Katzenfutter oder Medikamente leisten können. „Es kommt häufig vor, dass Tiere ausgesetzt werden, weil das Geld fehlt, sie zu versorgen“, sagt Sabine Schröder. Die Neuenraderin engagiert sich seit zehn Jahren für Straßentiere im Südosten Kretas.

„Wir wollen die Tiere nicht in Massen nach Deutschland bringen“, betont Sabine Schröder. „Auch in Deutschland gibt es schon genug Tierschutzprobleme, es muss vor Ort etwas geschehen“, bestätigt auch Annette Thomée. Die Tierärztin im Ruhestand war in diesem Jahr zum ersten Mal auf Kreta, um dort in Zusammenarbeit mit griechischen Kollegen streunende Hunde und Katzen zu kastrieren.

Besonders Hündinnen magerten oft ab, sagt Sabine Schröder. Oft hielten Bauern Hündinnen an einer Kette auf ihrem Hof. „Jeder streunende Rüde kann sie decken. Sie müssen dann an der Kette ihre Welpen zur Welt bringen, bekommen aber nur unregelmäßig Futter“, so die Neuenrader Einzelhändlerin. „Und wenn die Bauern feststellen, dass sie Welpen haben, setzen sie die Hündinnen und Welpen häufig aus.“

Dank der ehrenamtlichen Kastrationen sollen auf Dauer weniger Tiere auf Kretas Straßen leben. Auch für das einzelne Tier verändere sich viel, erklärt Sabine Schröder. Besonders Rüden seien nach der Kastration friedlicher, es gebe weniger Beißereien.

„Die Situation ist aber auch für die Menschen entspannter, wenn die Rüden untereinander weniger aggressiv sind.“ Damit die drei Frauen und die griechischen Tierärzte ihre Arbeit fortsetzen können, rufen sie Neuenrader Tierhalter auf, für ihr Projekt zu spenden. Halsbänder, Transportboxen, Floh- und Zeckenmittel oder angebrochene Medikamente – alles kann helfen.

„Ich habe beim Ordnungsamt nachgefragt: In Neuenrade sind über 800 Hunde gemeldet“, sagt Sabine Schröder. „Wenn jeder Halter nur ein Teil vorbeibringt, kann Frau Thomée damit schon viel erreichen.“ Futterspenden seien allerdings nicht sinnvoll, da es zu teuer sei, diese nach Griechenland zu transportieren.

Auch an Arztpraxen richtet sich der Aufruf: Nahtmaterial (auch aus der Humanmedizin) und Veterinärmedikamente werden gebraucht. Auch gerade abgelaufene Medikamente können abgegeben werden.

Wer mithelfen möchte, kann seine Sachspenden bei Schmuckdesign Sabine Schröder an der Bahnhofstraße 6 abgeben. Öffnungszeiten: Montag, Dienstag und Freitag 9 bis 12.30 Uhr und 14.30 bis 18 Uhr, Mittwoch und Samstag 9 bis 12.30 Uhr. ▪ Constanze Raidt

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