Neuenrader Wochenmarkt soll sich etablieren

NEUENRADE ▪ Hier trifft man sie, jene Originale aus dem Sauerland, die miteinander flachsen, mit den Kunden scherzen, die den Humor nicht verlieren, auch wenn gerade „Totentanz“ ist auf dem Neuenrader Wochenmarkt.

Doch, man hofft nicht ohne Grund auf Besserung. „Totentanz, (Händlerjargon für nichts los) hast Du immer mal“, sagt Axel Lietz und bucht den mauen Markttag erst mal unter Startschwierigkeiten ab. Der Hochsauerländer ist ein alter Hase im Geschäft, seine Familie veranstaltet Wochen-, Bauern- und Weihnachtsmärkte und er kümmert sich auch um Neuenrade und will den Markt – diesmal immer dienstags – etablieren. Dafür hat er sich reingehängt, hat Gemüsehändler, Kurzwaren-, Lederwarenhändler und noch mehr Standbetreiber an der Hand, die alle in Neuenrade stehen wollen. Doch nun seien Ferien, einige Händler machten Urlaub, das Wetter sei schlecht und überhaupt.

Tatsächlich ist nichts los in der Neuenrader Altstadt an diesem Dienstagvormittag. Kein städtisches Marktgewusel, die Leute zockeln einzeln oder in kleinen Grüppchen über den Platz.

Der Freitagnachmittagsmarkt hatte sich an dieser Stelle nicht etablieren können, auch weil dieser Zeitpunkt für etliche Händler oder auch für Teile der Kundschaft ungünstig war. Nun wird der Dienstag angeboten und das hat sich wohl noch nicht überall herum gesprochen.

So ist der Lüdenscheider Hähnchenmann genervt, hatte um 11 Uhr erst einen Hähnchenbollen verkauft. Guido Tittel: „Ich dachte, den schlechtesten Markt hätte ich schon erlebt, aber hier?“ So schwärmt er denn von seinem Lieblingsmarkt in Schalksmühle. Dennoch – er will wiederkommen. Der Altenaer Horst Höfer (Fleisch- und Wurstwaren) meckert auch. „Es ist ruhig. Und wenn's nicht besser wird, dann bin ich weg“, sagt er und muss sich erst einmal um die Kundschaft kümmern. Ganz so schlecht scheint es dann doch nicht zu laufen. Hans-Joachim Redix, der Kartoffeln, Honig und Eier auf dem Neuenrader Markt verkauft, ist nun schon das dritte Mal dabei, „um das hier neu aufzubasteln“. Er scheint Hoffnung zu haben. Immerhin hat er schon den einen oder anderen Stammkunden.

Katharina Willmes aus Schmallenberg, die einen Gewürzwagen hat und erstmals in Neuenrade steht, ist mit der Resonanz nicht unzufrieden. „Die Leute sind offen und nett, ich glaube, es ist ausbaufähig“. Sie glaubt an die Renaissance des Marktes. Man müsse eben das Bewusstsein der Menschen ändern. „Die sollten auf Qualität und Frische achten“. Und die eben auf dem Markt. ▪ Peter von der Beck

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