Neuenrader Wirtschaft im Aufschwung

Ruth und Jürgen Echterhage.

NEUENRADE ▪ Überall ist die Rede vom Wirtschaftsaufschwung. Auch die heimische Industrie bekommt den Aufwind zu spüren. Selbst wenn sich derzeit nahezu alle Unternehmen über volle Auftragsbücher freuen, ist die Freude doch verhalten. Von Lydia Machelett

Denn auch das Krisenjahr 2009 begann gut. Selbst wenn die Umsätze aus den Spitzenjahren 2007 und 2008 noch nicht ganz erreicht werden, ist von Krise allgemein nicht mehr die Rede. Das deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat eine sehr optimistische Prognose für 2011 abgegeben. Demnach soll die Wirtschaft nun noch schneller vorankommen als noch im Herbst 2010. Um 2,1 Prozent soll das Wachstum zulegen. Dennoch rechnen Forscher damit, dass der Umsatz der Spitzenjahre erst Ende des Jahres erreicht werden wird.

„Wir merken bereits seit 2010 einen Boom“, freut sich Christof Bergmann (Finaz- und Personalwesen), von den Drahtwerken Elisenthal. So habe das Unternehmen bereits etliche neue Arbeiter eingestellt. „Wir haben insbesondere Zeitarbeiter übernommen. Und das geht natürlich immer nur dann, wenn man merkt, dass dauerhaft genug Arbeit da ist“, erklärt er weiter. Auch bei der Firma Klinke wurden neue Arbeitsplätze geschaffen. „Wir haben insbesondere ältere, erfahrene Arbeiter eingestellt. Dabei haben wir von der Krise profitiert. Viele hochqualifizierte Kräfte waren auf dem Markt“, berichtet Geschäftsführer Alexander Klinke. Seit Frühjahr 2010 sei die Produktion wieder massiv angelaufen. „Wir haben ausgesprochen gut zu tun“, freute er sich. Dennoch seien die Zyklen andere als noch vor zehn Jahren: „Die biblischen sieben guten und sieben schlechten Jahre gibt es nicht mehr. Das ist viel schnelllebiger geworden.“

Ruth und Jürgen Echterhage, Geschäftsführer der Echterhage Holding ließen ebenfalls mitteilen, dass sie 2011 einen weiteren Aufwärtstrend erwarten, jedoch mit leicht verringerten Steigerungsraten. Für ihre Fluidtechnik-Unternehmen rechnen sie mit einer konsequenten Weiterentwicklung. „Durch technische Neuentwicklungen, vor allem im Bereich der Energieersparnis und zwei neuen Patenten, werden wir weltweit neue Marktsegmente erschließen“, hieß es in einer Pressemitteilung. Dementsprechend konnte die Holding 2010 bereits 31 neue Mitarbeiter einstellen. Darüber hinaus sei das Architekturbüro und Generalbauunternehmen bereits jetzt für die nächsten zwei Jahre sehr gut ausgelastet.

Aber nicht alle scheinen den Aufschwung zu spüren. „Manche Bereiche in unserem Unternehmen bekamen vom Wachstum bislang noch nichts mit. Während es im Automobilbereich boomt, ist im Maschinenbausegment kaum etwas von der Aufwärtsentwicklung zu spüren“, erklärt Dirk Hilleke, Geschäftsführer von Schürrmann & Hilleke. Für diesen Bereich vermutet er den Aufschwung später: „Die Unternehmer sind froh, dass es so läuft. Wenn es so bleibt beginnen sie bald zu investieren. Dass der Aufschwung hier später zu spüren ist, ist normal.“In der Baubranche habe sich ebenfalls wenig getan. Diese sei jedoch nie so extrem von der Krise betroffen gewesen, daher mache sich der Aufschwung dort wahrscheinlich nicht so bemerkbar.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare