Olchis gehören in der Bücherei zu den Rennern

Sandra Horny mit dem Brief von Manni Murmel an den Weihnachtsmann – aus dem bewegenden Kinderbuch „Die verlorene Weihnachtspost“ - Foto: Riedl

Neuenrade - Oft schwingt bei Weihnachtserzählungen ein heimeliger Zauber mit – Menschen suchen die Gemeinschaft, Freude, Frieden und Nächstenliebe. Die Sehnsucht nach adventlicher Lektüre treibt kleine und große „Leseratten“ schon Anfang November in die Stadtbücherei Neuenrade, um in den Regalen nach stimmungsvollen Büchern, DVDs und CDs zu stöbern.

Auf diesen „Ansturm“ sind Sandra Horny, Verantwortliche der Stadtbücherei und Zelius, sowie ihr Team bestens vorbereitet. Bereits die Woche vor Halloween nutzten sie, um Weihnachtliches ansprechend „in Szene“ zu setzen. Als der „Renner“ unter den Ausleihen stellt sich in diesem Jahr die DVD „Die Olchis feiern Weihnachen“ heraus – die kleinen grünen Männchen (erschaffen von Erhard Dietl) haben gesägt, gehämmert, gebacken und gedichtet und möchten ihr Selbstgemachtes in Schmuddelfing verkaufen. Doch nicht gegen Geld: Schuhsohlen und Fischgräten sind für sie viel wertvoller, wie eingefleischte Olchi-Fans wissen. Mehr als 20 Mal wurde die DVD über die Theke in der Stadtbücherei an die Freunde der Müllkippenbewohner von Schmuddelfing gereicht.

Aus der Lesereihe „Meine Freundin Conni“ begeistert seit November „Conni feiert Weihnachten“ das junge Publikum in der Stadtbücherei. In diesem Conni-Abenteuer liegen im Supermarkt bereits die Spekulatius zum Kauf bereit, doch bis Weihnachten dauert es noch eine ganze Weile. Conni bastelt Weihnachtsschmuck, um sich die Zeit zu vertreiben und geht während eines Weihnachtsmarktbesuchs der Frage nach, ob sie gerade eben wohl den echten Weihnachtsmann getroffen hat - auch etwa 20 Leser wollten dieser Frage auf den Grund gehen. Ebenso viele Kunden zählt die Stadtbücherei für einen Astrid-Lindgren-Klassiker: „Neues von den Kindern aus Bullerbü“ und „Ferien auf Saltkrokan“. Die Literatur-Verfilmungen über Lasse, Bosse, Lisa, Britta, Inga und Ole aus Bullerbü und die Abenteuer von Familie Melcherson auf Saltkrokan flimmerten bei vielen Neuenrader Familien in der Adventszeit über die Mattscheibe. In das Adventskalender-Buch „Freche Mädchen feiern Weihnachten“, das täglich mit einer romantischen Kurzgeschichte die Zeit bis zum Heiligabend „versüßen“ soll, wollten viele Teenager einen Blick werfen.

Texte aus der Feder des norwegischen Autors Jostein Gaarder sind Sandra Hornys Favoriten in der Vorweihnachtszeit. „Das Weihnachtsgeheimnis“ erzählt die Geschichte von Joachim, der gerne einen Adventskalender haben möchte. Bis auf einen alten, handgemachten, sind alle anderen ausverkauft. Beim Öffnen des ersten Türchens fällt ein beschriebener Zettel heraus, der von einer Reise erzählt. Jeden Tag gibt es eine Geschichte, die zeitlich zurück bis nach Bethlehem zur Geburt des Jesuskindes führt.

Den Ausleihzahlen nach zu urteilen, werden an diesen Festtagen viele kreative Geschenke unter den Neuenrader Weihnachtsbäumen liegen. Bücher über selbst gefertigte und aufwendig gestaltete Geschenkideen waren begehrte Ware. Selbst gebackene, ausgefallene Plätzchensorten in eigens genähten und bestickten Plätzchen-Säckchen, selbst gemachte Marmeladen oder Pralinen, hübsch eingetütet in farblich harmonierenden – natürlich selbst gebastelten – Pappkartons, sowie diverse Dekorationsartikel, verziert mit Stoffbändern, Bordüren und Perlen gaben den mit Strick- und Sticknadel Geschickten dann Tipps für individuelle Weihnachtsgeschenke.

Die Jazz/Swing-Welle, so muss Sandra Horny feststellen, hat gerade zur Weihnachtszeit auch in der heimischen Stadtbücherei Einzug gehalten. Weihnachts-CDs – allen voran die des kanadischen Sängers Michael Bublé -– scheinen aktuell perfekt den musikalischen Geschmack zu treffen. Die Bublé-CD ist permanent „unterwegs“.

Mit der abenteuerlichen Geschichte „Die verlorene Weihnachtspost“ stimmte Sandra Horny im Rahmen einer Vorlesestunden die Mädchen und Jungen aus den Familienzentrum der Stadt in den vergangenen Wochen auf die bevorstehende Weihnachtszeit ein. Der kleine Manni Murmel schreibt einen Brief an den Weihnachtsmann, in dem er ihn darum bittet, zu ihm zu kommen. Doch der Brief fällt der Brieftaube aus der Posttasche. Hase und Holunderbär wissen allerdings Rat und schaffen es schließlich, dem kleinen Manni Murmel ein schönes Weihnachtsfest zu bescheren. Im Anschluss an die Geschichte, bastelten die Kinder Sterne und steckten sie in einen Umschlag – die persönliche Weihnachtspost für einen lieben und vielleicht einsamen Menschen war somit fertig. „Ich schenke den Stern meinem Opa. Der ist so alleine“, erklärte ein Junge kürzlich Sandra Horny, die sich darüber riesig freut: „Botschaft angekommen!“, stellte sie gerührt fest.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare