Stadtgeschichte

Das kleine Neuenrade und die mächtige Hanse

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Dr. Rolf Dieter Kohl hat sich in einem Aufsatz mit den Auswirkungen der Hanse auf Neuenrade beschäftigt

Neuenrade - Spätestens seit 1476 soll Neuenrade als sogenannte „Beistadt“ und unter Dortmunder Vorortschaft zur Hanse gehört haben. Das hat Dr. Rolf Dieter Kohl ermittelt.

Der örtliche Stadtarchivarius führt diese Erkenntnis auf Recherchen im Düsseldorfer Stadtarchiv zurück.

Im vergangenen Jahr hatte Dr. Kohl mit einem Nebensatz auf der Jahresversammlung des Heimatvereins mit der Aussage überrascht, dass Neuenrade im Mittelalter von den Aktivitäten der Hanse profitiert habe.

Jetzt hat er in einem Aufsatz „Zur Wirtschaftsgeschichte der märkischen Grenzstadt in der Zeit vom 14. bis zum 18. Jahrhundert“ seine Erkenntnisse festgehalten.

In dem Aufsatz heißt es unter anderem: „Eisengewinnung und Eisenverarbeitung nahmen in wald- und wasserreichen – und damit energieträchtigen – südlichen Teil der Grafschaft Mark seit dem Mittelalter eine beispiellose Sonderstellung ein.

Metallgewerbe als Fundament des Wirtschaftslebens

Auch in Neuenrade, das 1355 von Graf Engelbert III. von der Mark mit einem großen Stadtrechtsprivileg ausgestattet wurde, bildete dass Metallgewerbe über Jahrhunderte das Fundament des Wirtschaftlebens.

Schon 1371 wurde nördlich der Altstadt ,In der breiten Grube’ Eisenerz geschürft. Für das Jahr 1458 bezeugt diese eine an der Hönne gelegene Eisenhütte, deren Spuren noch heute sichtbar sind.“

Vor diesem Hintergrund bestehe kein Zweifel, das auch Neuenrade mit den Nachbarstädten in die wirtschaftlichen Aktivitäten der mächtigen Hanse mit eingebunden worden sei.

Heimische Kaufleute profitierten von Privilegien

Natürlich habe sich das kleine Neuenrade nicht mit den westfälischen Hansemetropolen wie Soest oder Dortmund messen können. Dennoch haben – so Dr. Kohl – heimische Kaufleute von den Vorrechten und Privilegien der Städtevereinigung profitiert

Exakte Daten zum genauen Beitrittsdatum liegen nicht vor, aber 1554 wurde Neuenrade auf dem Hansetag in Wesel eindeutig als „hansisch“ aufgeführt.

Dr. Kohl erinnert in diesem Zusammenhang an den aus Neuenrade stammenden Großkaufmann Matthias Düsterloh, der in seinem Testament auch „die Armen zu Nigenrode im Landt von der Marck“ sowie die Neuenrader Schule bedacht habe.

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