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Neuenrader Schützengesellschaft hat einen neuen Oberst

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Von: Michael Koll

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Der neue 1. Vorsitzende André Jürgens überreichte seinem Vorgänger Björn Sip (rechts) ein Abschiedspräsent.
Der neue 1. Vorsitzende André Jürgens überreichte seinem Vorgänger Björn Sip (rechts) ein Abschiedspräsent. © Koll

André Jürgens ist neuer 1. Vorsitzender der Neuenrader Schützengesellschaft. Sein Amtsvorgänger Björn Sip hatte seine Ankündigung wahr gemacht und nach acht Jahren auf dieser Position bei der Jahreshauptversammlung am Freitagabend in der Bärenhütte am Hotel Wilhelmshöhe nicht erneut kandidiert. Jürgens erhielt die volle Zustimmung der 96 anwesenden Schützen. Bei nur einer Enthaltung und ohne Gegenstimme wurde er an die Spitze der Schützengesellschaft berufen.

Neuenrade - Zweieinhalb Stunden bevor Jürgens seine erste Mitgliederversammlung schloss, hatte sein Vorgänger Sip diese voller Freude über die gewaltige Resonanz eröffnet. Zwölf Monate zuvor waren zur Generalversammlung gerade einmal 51 Schützen erschienen. Seinerzeit verfügte die Schützengesellschaft über 1836 Miglieder. Nun sind es noch 1816.

Schatzwart Danny Krause skizzierte in seinem Kassenbericht, „dass die Zahl der Mitglieder in den vergangenen 17 Jahren sogar insgesamt um 30 Prozent zurückgegangen ist“. Zudem kamen im Berichtszeitraum noch die Ausgaben für die Schießstand-Renovierung. Gleichwohl steht um die Finanzen der Schützengesellschaft nach wie vor recht gut.

Vor seinem Rückschritt in die sprichwörtliche zweite Reihe hielt dann der scheidende Vorsitzende Sip seinen letzten Jahresbericht. Er sagte: „Endlich durften wir wieder unser Schützenfest feiern. Doch nach zwei ausgefallenen Jahren war die gewohnte Routine doch etwas eingerostet.“

Weiter führte er aus: „Insgesamt waren die Planungen sehr zeitaufwändig, da wir neben dem bewährten Festablauf wegen Corona auch noch alternative Szenarien sowie einen kriegsbedingten Festausfall zu bedenken hatten.“

Im Verlauf der eigentlichen Festwoche habe sich dann gezeigt: „Schützenfest-Feiern ist wie Radfahren, man verlernt es nicht.“ Irgendwie sei in diesem Sommer sogar alles viel schöner und viel intensiver gewesen. Sip zeigte sich überzeugt: „Wir werden dieses Fest in guter Erinnerung behalten – als das Jahr eins nach der Pandemie.“

Nach acht Jahren als 1. Vorsitzender der Schützengesellschaft unterstrich Sip jedoch: „Man sollte gehen, wenn es am schönsten ist.“ Seine Rede wurde mit einem langen, warmherzigen Applaus quittiert.

Beinahe ebenso begeistert nahmen die Anwesenden die folgende Bewerbungsrede von André Jürgens auf. Der 37-jährige Informatiker erläuterte zu seiner Person: „Ich bin ein junger Familienvater eines kleinen angehenden Schützenbruders.“ Außerdem sei er – noch – Kompaniechef in der Unterstadt.

Diesen Posten verlor er nur Minuten später, als er zum Oberst aufstieg. Als solcher beruhigte er sogleich das Neuenrader Schützenvolk: „Wir sind wegen der Erweiterung der Burggrundschule in Gesprächen mit der Stadt“, verkündete er. Zwar gebe es noch keine konkreten Ergebnisse dieser Beratungen, „aber sicher ist: Wir werden ein Fest auf dem Wall feiern und wir werden auch ein Zelt dort haben.“ Die Band Querbeat habe bereits ihr erneutes Kommen zugesagt.

Abschließend trat der amtierende Schützenkönig Dennis Maiwurm ans Mikrofon: „Ich weiß“, gestand er, „bei der Proklamation haben viele von euch gedacht: ‘Scheiße, jetzt haben wir den ein Jahr lang an der Backe’. Doch das Schöne ist: Das kann jetzt keiner von euch mehr ändern.“

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