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Neuenrader Schützen hoffen auf 2022

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Von: Michael Koll

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Der Vorstand der Neuenrader Schützengesellschaft: Bei der Jahreshauptversammlung am Wochenende im Kaisergarten standen umfangreiche Wahlen auf der Tagesordnung.
Der Vorstand der Neuenrader Schützengesellschaft: Bei der Jahreshauptversammlung am Wochenende im Kaisergarten standen umfangreiche Wahlen auf der Tagesordnung. © Koll, Michael

Erstmals seit 1949 musste im vorigen Jahr ein Schützenfest in Neuenrade ausfallen. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde auch in diesem Jahr das Festwochenende abgesagt.

Jetzt führten 51 Mitglieder der Neuenrader Schützengesellschaft (NSG) im Hotel Kaisergarten zumindest wieder eine Jahreshauptversammlung durch, nachdem dies im vergangenen Herbst auch nicht möglich gewesen war. Ein Schritt auf dem Weg hin zur Normalität, das wünschte sich jedenfalls Oberst Björn Sip.

„Wir alle haben die Hoffnung, dass sich die vergangenen zwei Jahre nicht wiederholen mögen“, rief der Vereinsvorsitzende aus. „Und wir wollen hoffen, dass wir im kommenden Sommer endlich wieder ein Fest feiern dürfen.“

Schützenfest 2022: Schlechte Nachrichten

Allerdings gebe es diesbezüglich schlechte Nachrichten, verkündete Sip sogleich. Der bisherige Zeltwirt habe zwei seiner drei Zeltaufbau-Teams verloren. Ebenso wie in der stationären Gastronomie herrsche auch in der von Ort zu Ort fahrenden Wirte-Branche durch Corona ein eklatanter Personalmangel. Deshalb habe der NSG-Vorstand bereits vorsorglich ein kleineres Zelt bei einem anderen Wirt reserviert. So oder so müsse der Bierpreis allerdings um vermutlich 10 Cent pro 0,2-Liter-Glas auf 1,60 Euro erhöht werden.

Positiv ist jedoch, dass der Schausteller für die das Fest begleitende Kirmes die Pandemie überstanden habe. Der habe folglich sein Kommen bereits zugesagt für Sommer 2022. Nach-wie-vor-Schützenkönig Mirko Tiffe erklärte in seinem Grußwort dann auch süffisant: „Es ist im vergangenen Jahr nicht viel passiert. Es ist also nicht viel zu sagen. Nur, dass Ute und ich Bock haben. Wir machen weiter.“

Vier Schützen schalten sich aus dem Urlaub zu

Zu den Schützen, die im Versammlungsraum präsent waren, kamen noch vier weitere, die per Video-Schalte aus ihrem gemeinsamen Urlaub die Beratungen in der Heimat verfolgten. So beteiligten sie sich auch an den umfangreichen Vorstandswahlen. Zum Vergleich: Bei der Jahreshauptversammlung der Schützengesellschaft 2019 waren noch 74 Mitglieder in den Kaisergarten gekommen.

Der bisherige 2. Kassenwart Stephan Zanger wurde zum neuen 2. Vorsitzenden gewählt, da der bisherige Amtsinhaber Siegfried Putz nicht erneut antrat. Ebenfalls nicht noch einmal kandidierte der 1. Kassierer Peter Petzold. Um die Finanzen der Schützen kümmern sich nun Danny Krause und sein Stellvertreter Florian Pollok. Auch ersetzt werden musste mit Domenic Troilo der bisherige 2. Geschäftsführer. Seinen Posten übernimmt Tobias Kroner. 1. Geschäftsführer bleibt Thorsten Lepke. Ebenfalls wiedergewählt wurden Tim Grendel (Spieß der Oberstadt), André Jürgens (Kompaniechef der Unterstadt), Marvin Klimach (Spieß der Unterstadt), Klaus Filter (Platzmajor), Dirk Weber (Organisationsoffizier), Marius Holub (Presseoffizier) sowie das Beiratsmitglied Sven Gerdes. Neu in den Beirat berufen wurde Michael Köllner. Den neu geschaffenen Posten des Schießstand-Wartes übernahm Thomas Klüppelberg.

Gesellschaftliches Leben kommt zum Erliegen

Zu Beginn des fast dreistündigen Abends hatte Oberst Sip bei seinem Zweijahresbericht auf die Zeit seit Herbst 2019 zurückgeblickt. Seinerzeit hatten die Schützen sich beteiligt an den Planungen für ein neugeordnetes Gertrüdchen – bislang vergeblich, denn auch das Neuenrader Volksfest musste bekanntlich 2020 und 2021 coronabedingt ausfallen.

Nachdem im Frühjahr 2020 noch ein Kompaniefest der NSG über die Bühne gegangen war, kam das gesellschaftliche Leben in Deutschland zum Erliegen, erinnerte Sip. Seither wurde aber der Schießstand Hinter der Stadt erneuert und erhielt in Folge auch eine Betriebsgenehmigung für weitere vier Jahre.

NSG will investieren

Nach mehr als anderthalb Jahren, in denen also nahezu Stillstand herrschte, fielen die Berichte des Kassenwartes Peter Petzold entsprechend aus: Weniger Einnahmen korrespondierten mit deutlich gesunkenen Ausgaben. Der Vermögensbestand der NSG hat sich derweil enorm gesteigert. Die Zahl der Mitglieder ist von 1912 (im Jahr 2019) über 1862 auf 1836 gesunken.

Das angesparte Geld will die NSG investieren. Einmal soll der Raum in der unteren Etage des Schießstandes zu einem kleinen Versammlungsraum – vorzugsweise für die Vereinsjugend – umgebaut werden. Des Weiteren soll der Zaun um das Gelände erweitert werden. Ebenfalls ist geplant, die Toiletten für die Frauen mit einer zusätzlichen Kabine zu ergänzen. Allein die Kosten für diese Maßnahme kalkulierte Oberst Sip auf rund 10 000 Euro.

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