Private Partys an vielen Schmückstellen

Viele kleine Schützenfeste in Neuenrade

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Seit 1974 feiern sie an der Straße An der Leye immer ganz spontan.

Neuenrade - „Ja, wunderbar“, jauchzen die Senioren am Mühlendorf. Soeben wird ihnen eine neue Rutsche Pils geliefert. Am Grill wird derweil gebrutzelt. Aus den Boxen klingt Stimmungsmusik. Die Laune könnte nicht besser sein.

An der Straße An der Leye stehen etliche Nachbarn zusammen. „Wir treffen uns seit 1974 jedes Jahr ganz spontan.“ Die Männer und Frauen lehnen an oder sitzen auf einer Grundstücksmauer, zwischen sich einen Kasten Bier. Auch Katze Lotti hat sich zu ihnen gesellt. Eine Nachbarin kommt aus dem Haus nebenan und bringt Wurst- und Käsebrote sowie Kräuterschnaps.

Ganz anders an der Welmecke. Beinahe die gesamte Anwohnerschaft der Straße ist an einer langen Tafel im Garten von Holger Edelmann zusammengekommen. Jahr für Jahr wird in dieser Siedlung am Schützenfestfreitag ein eigener König ermittelt – durch Kegeln, Dartswerfen, Torwandschießen, Eierlaufen oder Trinkspiele. Wer gewinnt, richtet im kommenden Jahr die Party aus.

Edelmann hat voriges Jahr ein Wettrennen auf der Straße für sich entschieden und steht nun am Grill. 14 Nachbarn sitzen dort zusammen. Drei weitere seien im Urlaub. Sie berichten, dass die Spiele in jedem Jahr „ziemlich blöd“ seien und dass „viele dabei mogeln wie verrückt“.

In Neuenrade schmücken die Bürger die Straßen

Gespielt werde aber stets erst, wenn man „eingetrunken“ sei. Und schon stehen frisch geöffnete Bierflasche auf dem Tisch. Auch darüber hinaus träfen sich diese Nachbarn häufiger. So berichten sie, einer von ihnen zum Geburtstag einmal als Geschenk eine echte Telefonzelle vors Haus gestellt zu haben. Dort riefen sie dann an, um zu gratulieren. Aus dem Haus nebenan beobachteten sie die Reaktion des Geburtagskindes.

Gemütlich-besinnlich und mit Kind und Kegel feieren etliche Neuenrader an der Kantstraße, am Beuler Weg und auch im Bereich Graf-Engelbert-Straße / Schillerstraße. Da ist auch der eine oder andere neue Neuenrader dabei, der ein Haus dort gekauft oder gebaut hat. Da wird „die Teilnahme am Schmückfest sogar mit erworben“.

Und so tummeln sich Alt- und Neubürger an den diversen Straßenecken, kraxeln auf Leitern und bringen Fähnchen an. Die Älteren, welche Ende der 60er oder Anfang der 70er dort gebaut hatten, werden von den jungen Familien unterstützt.

Am Bürgermeister-Schmerbeck-Platz haben sie schon Graf Engelbert eine Schützenmütze und einen Anzug verpasst und eine Frauentruppe ist vom Nordic-Walking direkt zur Schmückstelle gelaufen. Und am Gartenweg wird die Tradition hoch gehalten: Dort, bei Familie Dr. Stoll, feiern die Nachbarn und mit dabei natürlich Alt-König Walter Tönnesmann.

Mehr als 100 Neuenrader feierten mit dem Noch-König.

Hoch her geht es an der Königsschmückstelle: Sicher mehr als 100 feiernde Neuenrader tummeln sich dort. Und das Königspaar Thorsten und Tanja Kinkel haben alle Hände voll zu tun. Klar, dass sie den Küntroper Spielmannszug dirigieren müssen.

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