Planfeststellungsverfahren wird vorbereitet

Ortsumgehung nimmt eine weitere Hürde

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Plan für die Ortsumgehung Neuenrade: Die Trasse (orange) verläuft oberhalb der Südstraße.

Neuenrade - Viele neue Daten und Fakten sind schon ermittelt oder dokumentiert und die Planung für die Umgehungsstraße wird fortgeschrieben. Inzwischen hat die Ortsumgehung Neuenrade im Masterplan des Landesverkehrsministeriums die Stufe „Vorbereitung Planfeststellungsverfahren, Fortführung 2020“ erreicht.

Der Bau der Ortsumgehung steht nach wie vor unter der Rubrik „Vordringlicher Bedarf“ im Arbeitsprogramm 2020 zum Masterplan zur Umsetzung des Bedarfsplans für die Bundesfernstraßen.

Wie Andreas Berg, Sprecher des Landesbetriebs Straßen.NRW auf Nachfrage verlauten ließ, erstelle seine Behörde derzeit die neuen Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren, dabei würden auch – soweit zu gebrauchen – Alt-Unterlagen an die neuen Rahmenbedingungen angepasst.

Die Strecke war vor Jahren schon einmal von vorne bis hinten durchgeplant, nur hatte das Projekt Ortsumgehung lange nicht die erforderliche Priorität, stand nicht unter vordringlichem Bedarf auf der Liste. Nun aber ist die Ortsumgehung wieder dabei. 

Minister drückt aufs Tempo

Landesverkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) hat dafür gesorgt, dass das Projekt weiter vorangetrieben wird. Wüst hatte bei einem Besuch in Neuenrade im März 2018 versprochen, den Prozess mit der so geplanten Umgehungsstraße „unumkehrbar zu machen“. Damals sagte er, dass „die politische Bremse“ nun gelöst sei. Der Verkehrsminister versprach, Druck zu machen. 

Gut sei, dass die Planer nicht von Grund auf neu anfangen müssten, da die Linienführung klar sei. Wüst erinnerte daran, dass die Planungen der Umgehung im Jahr 2011 auf Druck der Grünen angehalten worden seien.

Die Realisierung der Ortsumgehung würde rund 20 Millionen Euro kosten. Allerdings war die vorherige Arbeit quasi umsonst, nun muss nach all den Jahren das Projekt aktualisiert werden. So wird nun auch am Küntroper Startpunkt der Ortsumgehung (B229/Hüttenweg) ein Kreisverkehr eingeplant.

Straßen.NRW hat zudem ein neues Verkehrsgutachten ausgeschrieben. Sprecher Berg sagte: „Wir haben das alles in Arbeit.“ Aktuell plant das Verkehrsministerium rund 200 Projekte mit einem Volumen von 20 Milliarden Euro allein für Autobahnen und Bundesstraßen.

Forderung ist mehr als 50 Jahre alt

Die Forderung nach einer Umgehungsstraße für Neuenrade ist mehr als 50 Jahre alt: Am 30. Januar 1969 berichtete der Süderländer Volksfreund bereits, dass „eine Umgehungsstraße notwendig“ sei.

Das Prozedere sieht nun so aus: Das Planfeststellungsverfahren wird eingeleitet, dann folgt der Planfeststellungsbeschluss. Dieser Beschluss wird vier Wochen öffentlich ausgelegt, jedermann hat dann noch die Möglichkeit, die Pläne einzusehen und Einwendungen zu machen.

Im weiteren Verlauf folgen Erörterungen dazu, danach gilt es für die Planungsbehörde Interessen abzuwägen, gegebenenfalls gerichtliche Entscheidungen zu berücksichtigen. Und bevor die Baugenehmigung erteilt wird, können Gegner auch immer noch den Klageweg beschreiten.

Wahrscheinlich gibts Gegenwind

Gegenwind dürfte sicherlich weiterhin von der im Mai 1999 gegründeten „Interessengemeinschaft B229n – ortsfern“ kommen, die gegen die ortsnahe Trassenführung ohne Innenstadtanbindung ist. Diese Trasse schlängelt sich entlang der vorhandenen Bebauung, beginnt bei Küntrop und endet 200 Meter unterhalb der Wilhelmshöhe.

Die Gegner favorisieren eine ortsferne Südumgehung. Die würde ebenfalls in Küntrop beginnen, aber in der ersten scharfen Kurve der Serpentinen nach Werdohl, in der Nähe der ehemaligen Müllkippe, enden.

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