Erhöhtes Sperrmüllaufkommen

Neuenrader nutzen Corona-Zeit zum Entrümpeln

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Die Neuenrader haben während der Corona-Pandemie aufgeräumt: An der Bahnhofstraße ist in den vergangenen Wochen nicht nur viel Sperrgut angeliefert worden, besonders viele Elektrogeräte wurden ebenfalls entsorgt.

Neuenrade – Die Corona-Pandemie hat das öffentliche Leben im zweiten Quartal dieses Jahres in vielen Bereichen lahm gelegt. Plötzlich hatten viele Menschen ungeahnt viel Zeit, die sie unter anderem zum Entrümpeln oder Umgestalten von Haus und Garten genutzt haben.

„Das hat sich bei uns bemerkbar gemacht“, sagt Ulrike Levermann, die bei den Stadtwerken Neuenrade für den Bereich Abfallentsorgung zuständig ist. 

Nachdem der Bring- und Wertstoffhof an der Bahnhofstraße coronabedingt ab dem 17. März schließen musste, hatten die Neuenrader ab dem 8. April zunächst an ausgewählten Terminen die Möglichkeit, ihre Grünabfälle zum Waldstadion zu bringen. „Diese Gelegenheit wurde von vielen Bürgern genutzt“, stellt Ulrike Levermann fest. 

Mehrere Mitarbeiter gleichzeitig im Einsatz

Ab dem 22. April waren dann wieder Anlieferungen anderer Abfallarten an der Bahnhofstraße möglich – allerdings nur nach vorheriger Terminabsprache. „So konnten wir die Anzahl der Menschen auf dem Gelände begrenzen“, erläutert Ulrike Levermann. Drei bis vier Mitarbeiter der Stadtwerke seien jeweils zeitgleich im Einsatz gewesen. Während ein Mitarbeiter den Zugang zum Gelände regelte, war ein weiterer für die Kontrolle der angelieferten Abfälle oder Wertstoffe und die Gebührenfestsetzung zuständig. Ein bis zwei weitere Mitarbeiter zeichneten für die Sortierung der Abfälle und die Einhaltung der Abstandsregeln verantwortlich. 

Ulrike Levermann hat festgestellt, dass viele Neuenrader Haus und Garten auf Vordermann gebracht haben.

Der Regelbetrieb – mit Anlieferung ohne vorherige Terminabsprache – hat am 6. Juli wieder begonnnen. Natürlich gilt weiterhin die Maskenpflicht, auch die Abstandsregelungen müssen beachtet werden. Deshalb könne es hin und wieder zu Wartezeiten kommen: „Wir wissen schließlich nie, wie viele Bürger welche Abfälle anliefern.“ 

Coronavirus in Neuenrade: Gleiche Müllmenge trotz Lockdown

Seitdem der Bring- und Wertstoffhof den Neuenradern nach dem Lockdown wieder zur Verfügung steht, können sich die Mitarbeiter über Langeweile nicht beklagen. Insbesondere die sogenannten „Gemischten Siedlungsabfälle“ – dazu gehört neben dem Restmüll auch das Sperrgut, landläufig als Sperrmüll bezeichnet – werden regelmäßig angeliefert. 

Obwohl die Öffnungszeit coronabedingt in diesem Jahr gut vier Wochen kürzer war als im Vergleichszeitraum 2019, sei umgerechnet bisher etwa die gleiche Menge angeliefert worden. Insgesamt waren es im vergangenen Jahr 770 Tonnen – wie es am Ende dieses Jahres aussieht, kann noch niemand mit Gewissheit sagen: „Es ist durchaus möglich, dass sich das Ganze wieder relativiert. Schließlich kann man jeden Raum nur einmal ausmisten“, meint Ulrike Levermann. 

Es wurde gründlich renoviert

Neben dem Sperrgut, bei dem es sich im Grunde um zu groß geratenen Restmüll handelt, ist auch reichlich Baumischabfall angeliefert worden. Dazu gehören Tapetenreste, Wandverschalungen oder auch alte Gartenzäune und Reste von Holzlauben. „Daran kann man leicht erkennen, dass viele Neuenrader im Haus renoviert und den Garten gründlich auf Vordermann gebracht haben“, folgert die Mitarbeiterin der Stadtwerke. 

Auch von Kleinmöbeln, die möglicherweise bisher im Keller zwischengelagert wurden, hätten sich auffällig viele Bürger getrennt. „Das gilt außerdem für Elektrokleingeräte, die ja kostenfrei angenommen werden“, ergänzt Ulrike Levermann. 

Mülltonnen sind voll

Die Fahrer der Remondis-Entsorgungsfahrzeuge hätten in den vergangenen Wochen ebenfalls oft lange Arbeitstage bestreiten müssen. „Die Restmülltonnen und die Biotonnen sind in den meisten Haushalten jeweils zu jedem Leerungstermin an die Straße gebracht worden. Auch das war bis zum Beginn der Pandemie nicht die Regel.“

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

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