Prozess am Amtsgericht Altena

Neuenrader nennt therapeutische Gründe: Marihuana zur Schmerzlinderung

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Der Angeklagte beteuerte, dass er das Marihuana lediglich auch therapeutischen Gründen konsumierte.

Neuenrade - Medizinische Gründe für den Besitz einer erheblichen Menge Marihuana trug ein 34-jähriger Neuenrader im Amtsgericht Altena vor. Der Mann war am Nachmittag des 25. Januar 2016 einer Verkehrskontrolle auf dem Schöntaler Weg begegnet.

In seinem Fahrzeug hatten die Polizeibeamten gut 193 Gramm Marihuana sichergestellt – eine Menge, deren Wirkstoffgehalt mit 27,5 Gramm erheblich über der Grenze zur nicht geringen Menge (7,5 Gramm) lag. 

Chronische Schmerzen

Verteidiger Andreas Trode nannte den Grund für die Anschaffung des Marihuanas: Sein Mandant leide an chronischen Schmerzen und habe diese mit Cannabis-Produkten lindern wollen. Mittlerweile gebe es zu diesem Zweck ja auch Cannabis-Produkte in der Apotheke, wenn ein Arzt sie verschreibe. 

Der Staatsanwalt sah in dem Marihuana dennoch „kein angemessenes Mittel“ zur Linderung der Beschwerden, hielt dem Angeklagten aber zugute, dass dieser das Zeug zum Eigenkonsum und als Therapiemittel gekauft haben wollte. 

Ein Jahr Haft auf Bewährung

Er beantragte ein Jahr Haft auf Bewährung wegen Handels mit einer nicht geringen Menge an Betäubungsmitteln - in einem minderschweren Fall. Verteidiger Andreas Trode und das Schöffengericht schlossen sich an. 

An den genannten therapeutischen Gründen für den Einsatz des Stoffes „wollen wir hier nicht zweifeln“, sagte Richter Dirk Reckschmidt vieldeutig. Das Urteil ist rechtskräftig.

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