Neuenrader Münzen: Ausstellung im Rathaus

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Annegret und Rolf Dieter Kohl, Bürgermeister Klaus Peter Sasse und Hermann Listringhaus. ▪

NEUENRADE ▪ Als am Donnerstag die neue Ausstellung „Neuenrader Münzen“ im Rathaus eröffnete, gab es für die Anwesenden gleich eine Überraschung: „Es handelt sich streng genommen nicht um Münzen, sondern um Gedenkprägungen“, erklärte Stadtarchivar Dr. Rolf Dieter Kohl.

„Man musste dafür zahlen, konnte aber nie damit bezahlen“, brachte Bürgermeister Klaus Peter Sasse den Unterschied auf den Punkt. „Wir sagen aber wieder Münzen“, beschloss das Stadtoberhaupt der Einfachheit halber.

14 Gedenkmedaillen

Vier Vitrinen präsentieren insgesamt 14 Gedenkmedaillen. Sie sind aus reinem Silber und zeigen einen Streifzug durch die Neuenrader Geschichte: 100 Jahre Kaiser Wilhelm-Denkmal am Hinteren Wall, der Neuenrader Stadtbrunnen, eine bislang unbekannte Stadtansicht von 1783 und das 650-jährige Stadtjubiläum sind nur einige Motive.

Gesammelt hat die Münzen Hermann Listringhaus, 20 Jahre lang Mitglied im Stadtrat. Wieviel Geld er in die Sammlung investiert hat, kann er selbst nicht mehr genau sagen. „Es werden aber an die 1000 Euro gewesen sein“, schätzte Listringhaus.

Die Firma Euromint aus Bochum, die auf solche Sonderprägungen spezialisiert ist, hat auch die Neuenrader Medaillen hergestellt. Auftraggeber waren die Sparkasse und die Volksbank. 630 Exemplare wurden von jedem Motiv geprägt und verkauft. Die Ideen für die verschiedenen Ausgaben der Gedenkmedaillen, stammen alle von Rolf Dieter Kohl. Auch die Begleittexte, die in den Vitrinen zu lesen sind, hat er verfasst.

Seine Frau Annegret Reiners-Kohl hat sich auf besondere Art an dem Projekt beteiligt: sie zeichnete den Entwurf für die Gedenkmedaille zum Stadtbrand 1687.

Neue Ideen

Der Archivar denkt jetzt schon über mögliche spätere Ausgaben nach: „Man kann als Historiker immer ganz tief in die Kiste greifen, da findet man immer was!“ Auch der Bürgermeister äußerte ein paar Ideen. So feiert die Stadt im nächsten Jahr das 100. Jubiläum der Grundsteinlegung des Rathausgebäudes. „Gedenkprägungen für Neuenrade sind nicht etwa out, sondern stehen weiter auf der Agenda“, betonte Sasse.

Rolf Dieter Kohl nahm von der Ausstellungseröffnung gleich ein neues Rätsel mit, das es zu lösen gilt. Denn in einer fünften Vitrine etwas abseits wird eine goldene Münze ausgestellt, die das Stadtwappen zeigt. Hermann Listringhaus bekam sie einmal von Uhrmachermeister Albert Schmoll und ließ sie für seine Frau als Brosche einfassen.

Möglicherweise handelt es sich um eine Gedenkprägung zum 600. Stadtjubliäum. „Ich werde das überprüfen“, sagte Kohl, der sich sichtlich auf die neue Aufgabe freute.

Bis Ende August sind die Münzen noch im Rathaus zu sehen. Bei der Eröffnung wurde bereits die Idee für eine Folgeausstellung diskutiert: Hermann Listringhaus besitzt neben den Gedenkmedaillen auch eine Reihe Münzen aus der Inflationszeit. „Da ist zum Beispiel eine Blechmünze, auf der steht 10000 Reichsmark“, erzählte er. Auch Rolf Dieter Kohl könnte einige Inflationsscheine beisteuern. ▪ Von Constanze Raidt

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