Platz für unter Dreijährige

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Die Kita Wirbelwind bekommt ein weiteres Schlafzimmer und ein zweites Wickelzimmer. ▪

NEUENRADE ▪ Die Kindertagesstätten in Neuenrade bereiten sich auf mehr Anmeldungen von Kindern unter drei Jahren vor. So gibt es in den beiden Einrichtungen des städtischen Familienzentrums, der Kita „Wirbelwind“ und der Kita „Sausebraus“, schon je eine U3-Gruppe. Beide Kindergärten bekommen jetzt eine zweite.

Die Gruppen, die die Neuenrader Kitas einrichten, stehen jedoch nicht allein für unter Dreijährige zur Verfügung: 20 Kinder kann eine solche Gruppe statt der sonst üblichen 25 aufnehmen, davon dürfen nur vier bis sechs Kinder unter drei Jahren alt sein. Und die Kleinkinder brauchen nicht nur mehr Betreuung, sondern auch mehr Platz: Die Kita Wirbelwind erweitert ihre Räumlichkeiten um ein Schlafzimmer und ein zweites Wickelzimmer.

Auch in Neuenrade gebe es die Tendenz, dass immer öfter immer jüngere Kinder angemeldet würden, wie Kämmerer Gerhard Schumacher festgestellt hat. „Wir sind der Meinung, dass wir den Bedarf decken können, zumal die Geburtenzahlen in den nächsten Jahren gesunken sind“, sagt Schumacher zuversichtlich.

Auch Matthias Sauerland, Jugendhilfeplaner des Märkischen Kreises, geht davon aus, dass man in Neuenrade allen Anfragen nachkommen kann. „In den letzten Jahren hat jedes Kind einen Platz bekommen“, sagt er. Schwierig werde es nur, wenn Eltern ihre Kinder unbedingt in einer bestimmten Einrichtung anmelden wollten. „Das ist sehr oft der Fall. Die Eltern müssen dann warten und machen das auch eher, als ihre Kinder nach Küntrop oder Affeln zu fahren.“

Wenn im nächsten Sommer die Betreuungs-Garantie für Kleinkinder in Kraft tritt, soll es Kita-Plätze für ein Drittel aller unter Dreijährigen geben. Diese Quote wird Neuenrade wohl nicht erreichen: 335 Kinder sind hier in den letzten drei Jahren zur Welt gekommen, rein rechnerisch müsste es also 110 U3-Plätze in den Kindergärten geben. Tatsächlich sind jedoch nur 33 der 350 Kindergartenplätze in Neuenrade U3-Plätze, rechnet Matthias Sauerland vor. Da der Bedarf bisher immer gedeckt werden konnte, macht er sich aber keine Sorgen: „Was sollte passieren – dass plötzlich im August die doppelte Anzahl an Eltern auf der Matte stehen?“ Außerdem gebe es ja auch noch Tagesmütter, die Sauerland zufolge noch einige freie Plätze im Angebot hätten. Insgesamt ergebe sich so immerhin eine Betreuungsquote von 15,2 Prozent.

Anfang Dezember werden die Leiterinnen der Kindertagesstätten, die Stadt Neuenrade als Träger und Vertreter des Märkischen Kreises an einem Runden Tisch zusammensitzen, um darüber zu beraten, ob weitere U3-Plätze in Neuenrade benötigt werden. „Wenn im Januar die Anmeldungen kommen, wissen wir immer, haben wir das richtig gemacht oder stehen wir vor einem Fiasko?“, sagt Matthias Sauerland. ▪ Constanze Raidt

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