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Kita St. Georg erweitert Altersspektrum

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Von: Peter von der Beck

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Anja Wilsdorf, Erzieherin in der Kita St. Georg in Küntrop und Abwesenheitsvertretung, freut sich über Anmeldungen für das neue Kindergartenjahr.
Anja Wilsdorf, Erzieherin in der Kita St. Georg in Küntrop und Abwesenheitsvertretung, freut sich über Anmeldungen für das neue Kindergartenjahr. © Peter von der Beck

Die Eltern von Kindergartenkindern, die in Kommunen ohne eigenes Jugendamt wie Neuenrade wohnen, sollten ihre Kinder für das nächste Kita-Jahr anmelden, das im August 2022 startet. Die Frist läuft bald ab, bis zum 31. Dezember haben sie noch Zeit. Dabei ist die Situation in der Neuenrader Kita-Szene ist aktuell spannend. Allein drei privaten Einrichtungen (Villa mittendrin gGmbH und Dependance; Sentiris gGmbH) sind in den vergangenen Jahren entstanden. Hinzu kommen die städtischen Familienzentren und die konfessionellen Einrichtungen.

Neuenrade - In dieser Situation stellt sich auch die katholische Kindertagesstätte St. Georg neu auf und passt sich den Erfordernissen an. Vorher konnten Kinder erst ab zwei Jahren die Einrichtung besuchen. Das hat sich geändert, das Altersspektrum wurde erweitert. Und St. Georg hat noch Platz für Kinder. Die Kita ist eine kleine, heimelige zweigruppige Einrichtung und liegt recht idyllisch in einem Küntroper Wohngebiet. Nebenan ist die ehemalige Feuerwache, der Autoverkehr hält sich in Grenzen. Die Kita ist dennoch gut über einen Abzweig der Bundesstraße erreichbar. Sie verfügt über einen üppigen Gartenspielplatz.

In der neuen Kita-Saison wird sich etwas ändern: Dann können dort auch kleine Kinder angenommen werden. Insgesamt darf die Einrichtung dann 40 Kinder im Alter von vier Monaten bis sechs Jahre betreuen – verteilt auf zwei Gruppen. Auch mit der Zahl der Betreuungsstunden sind die Erzieherinnen dort variabel. Anbieten können sie 25, 35 und 45 Betreuungsstunden pro Woche. Die Öffnungszeiten sind entsprechend von 7 bis 16 Uhr. Die katholische Einrichtung wurde vom Kirchenträger als „familienpastoraler Ort“ zertifiziert, die Kinder erfahren „eine religiöse Erziehung im Jahreskreislauf“. Anja Wilsdorf weist zudem darauf hin, dass die Kita auch sehr naturverbunden agiere. Die Kinder würden sich viel draußen aufhalten, man unternehme Waldbesuche oder schaue sich auf Bauernhöfen um. Und natürlich gibt es täglich ein „frisch gekochtes, ausgewogenes“ Mittagessen, das ein Caterer liefert. Das Religiöse unterstreichen die Erzieherinnen in der Einrichtung mit einem Zitat: „Wenn Du ein Kind siehst, begegnest Du Gott auf frischer Tat.“ Klare Sache, dass das Wohl des Kindes an erster Stelle steht. In der Einrichtung setzten die Pädagogen auf „eine ganzheitliche Erziehung und Förderung“ der Kinder. Dazu gehöre eine stetige Beobachtung und Dokumentation der Entwicklung des jeweiligen Kindes, heißt es auf der Homepage.

Der Schritt zur Neuausrichtung von St. Georg sei inzwischen auch notwendig geworden, denn die Zahl der Kinder sei auch zurückgegangen, sagte Anja Wilsdorf. Dabei spielten die Flüchtlingsfamilien durchaus eine Rolle. „Die zieht es in die Ballungszentren und Großstädte“, sagte Wilsdorf. So seien drei oder vier Familien abgewandert, was für die Kita ein paar Kinder weniger bedeutete. Hinzu komme, dass innerstädtische Einrichtungen gegenüber ländlichen Kitas wie St. Georg von Familien möglicherweise wegen räumlicher Nähe bevorzugt würden, vermutete Wilsdorf. Sie ist Abwesenheitsvertretung, denn für St. Georg wird noch eine neue Kita-Leitung gesucht. Bis zuletzt war offiziell noch niemand gefunden. Das ist heutzutage auch kein leichtes Unterfangen – denn der Markt ist leergefegt. Wer aktuell als Erzieherin einen Job sucht, hat gut lachen.

Die Nachfrage in einer Runde von Erzieherinnen bei einer anderen Gelegenheit ergab jüngst, dass man sich noch an ganz andere Zeiten erinnern konnte. Vor Jahren war jungen Menschen noch davon abgeraten worden, eine Erzieherinnen-Ausbildung anzustreben.

Inzwischen gibt es ganz andere Umstände und nicht nur Leiterinnen sind schwer zu bekommen. Generell gibt es wohl einen Mangel an pädagogischen Fachkräften.

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