Neuenrader Kinder basteln eigene Motte

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Künstler Thomas Ohm (hinten) überwacht die Arbeiten von (von links) Sebastian (9 Jahre alt), Florian (8 Jahre), Ronja (9 Jahre) und Katalin (10 Jahre).

NEUENRADE ▪ Drei Meter hoch wird sie sein und schon bald den Vorplatz der Burgschule zieren: die kleine Schwester der Küntroper Motte, an der momentan in der KiKu gearbeitet wird.

Das innere Holzgerüst ist bereits fertig: Später werden von außen Rauspund-Bretter als Verkleidung daran geschraubt; im Anschluss die Fenster in Form gesägt und zu guter Letzt ein Dach aus Sperrholz aufgesetzt.

14 Kinder haben sich gemeinsam mit Künstler Thomas Ohm im Rahmen des NRW-Projektes „Kunst an Schulen“ lange mit dem Thema Motte beschäftigt. Zu Beginn standen Entwurfzeichnungen, Skizzen und auch Comics von Turmhügelburgen auf dem Programm, das die Schüler das ganze Schuljahr hindurch an jedem Dienstag begleitete.

„Die kleinen Motten waren eine Vorbereitung auf die große“, erklärte Ohm dazu. Auch der Entwurf eines eigenen Wappens war Thema bei einem der 90-minütigen Treffen.

Am Sonntag, 1. Juli, wird sowohl der Tag der Offenen Tür der KiKu feierlich begangen, als auch die große hölzerne Motte präsentiert. Das Ganze ist dann auch der Abschluss des Projektes „Kunst an Schulen“ in Neuenrade und wird als Mittelalterfest ausgerichtet.

Schon jetzt basteln die in zwei Gruppen aufgeteilten Kinder an passenden Kostümen für die Vorstellung ihrer Burg, unter anderem an selbst gemachten Ritterhelmen.

Diese bestehen ebenso wie die „Mini“-Motten aus Graupappe. Zudem verwendeten die Acht- bis Zehn-Jährigen Pappmaché, Kleister, Leim und Farbe für ihre Modelle.

40 Mal haben sich der Künstler und die Schüler im vergangenen Schuljahr getroffen. Für Ohm ist es jedoch sein „vorerst letztes Mal“ in der Hönnestadt. Ohm hat sich zwar wieder für Kunstprojekte im kommenden Schuljahr beworben – allerdings in der Nähe seiner Heimatstadt Selm.

„Kunst an Schulen wird also nicht mehr in Neuenrade stattfinden“, fasste Ohm zusammen. Der freischaffende Künstler hatte sich seinerzeit beim Innenministerium dafür beworben und das Konzept erstellt – in Kooperation mit der Burggrundschule. Dieses Landesprogramm wird zu 80 Prozent von NRW finanziert, den Rest zahlt der Träger der Grundschule – die Stadt. Darum sei dieses Projekt für die Teilnehmer kostenlos gewesen. „Die anderen Aktionen in der KiKu müssen die Eltern finanzieren“, so der 60-jährige weiter.

Am Ende des Schuljahres können sich die Kinder über eine Bemerkung auf dem Zeugnis freuen. Am Mittwoch kamen Katalin, Ronja, Florian und Sebastian in die KiKu, um mit Ohm am Gerüst der Motte zu arbeiten. Katalin hatte extra für diesen Anlass einen Schraubenzieher von zu Hause mitgebracht – „der gehört meinem Papa“, gab sie aber offen zu, das Werkzeug ausgeliehen zu haben. ▪ Von Anette Kemper

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