Von Wissbegier beeindruckt

Neuenrader Heimatgeschichte für Flüchtlingskinder 

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Die Kinder staunten nicht schlecht als Landwirt Clemens Cremer-Schulte das Kälbchen Fritz aus seiner Box führte. Den Namen hatte sie ihm bei ihrem Besuch gegeben.

Neuenrade - Die örtliche Flüchtlingshilfe hat erstmals Kindern aus Flüchtlingsfamilien Heimatkunde und Heimatgeschichte mit praktischen Beispielen nahe gebracht.

Das dazugehörige Wissen vermittelte Bernd Buntenbach vom Zentrum für Lesen, Integration und Sprache (Zelius). Der Neuenrader zählt von Anfang an zum ehrenamtlich tätigen Helferteam in der Stadtbücherei / Zelius. Zur Förderung und praktischen Realisierung der Integration gehört nach seinem Verständnis, dass Flüchtlingskinder im täglichen Leben möglichst viel von der Region vermittelt bekommen. 

Mit sechs Kindern aus dem 1. bis 3. Schuljahr hatte der Apotheker im Ruhestand die Fahrt durch einen Teil von Neuenrade angetreten. Unterstützung leistete ihm dabei Asylbewerber Ali Ahmadi, der als Bufdi seit einem Jahr in Stadtbücherei und Zelius tätig ist. 

Naturkundliche Stationen

Die praktische Heimatkunde startete in der Borke. Von dort aus wurde der Weg zum „Schwarzen Kreuz“ angetreten. Unterwegs kam die kleine Gruppe an naturkundlichen Stationen vorbei. Zum Wespennest und zum Bienenkorb gab es Informationen. 

Zu den Höhepunkten der zweistündigen Erkundungstour zählte natürlich auch der Holzmeiler, der genauestens von den kleinen und wissbegierigen Kindern inspiziert wurde. 

Besonders staunten sie über die so genannte „Hillebille“. Diese besteht aus einem Hartholzschlagbrett und dient als Signalgerät. Aufgestellt wurde das Gerät zwischen zwei Ästen auf dem Boden und einem freischwebenden Querbalken, der an einem Lederriemen aufgehängt wurde. 

Nachrichten per Klopfsignal

In abgelegenen Gegenden war das Signalgerät früher besonders bei Holzfällern und Köhlern beliebt. Mit unterschiedlichen Klopfsignalen konnten so Nachrichten übermittelt werden. 

Richtig spannend wurde es für die kleine Gruppe auf dem Hexentanzplatz. Dort gab es einige schaurige Infos zu hören – wiederholt kam die Frage nach dem Besenstiel für fliegende Hexen zur Sprache. 

Schaurige Geschichten prägten auch den Bereich um das Schwarze Kreuz, wo einst Räuber ihr Unwesen getrieben haben sollen. 

Besuch auf Bauernhof

Der anschließende Besuch auf dem Affelner Bauernhof Schulte-Cremer verlief dagegen entspannt. Auf einer Wiese spielten die Kinder Fußball und auf dem Hof gab es Verpflegung. 

Spontan spielten die Jungen und Mädchen gemeinsam eine Partie Fußball auf einer Wiese.

Begeistert waren die kleinen Gäste von den Kälbchen, die in einer Box untergebracht sind. Landwirt Clemens Schulte-Cremer gab einige Infos zu den Ohrmarken der Tiere. 

Höhepunkt war dann die Namensgebung für ein Kälbchen. Nach einiger Beratungszeit einigten sich alle auf den Namen Fritz. Zuvor war den Kindern bei einem Rundgang durch den Kuhstall auch die computergesteuerte Fütterung der Kälber erklärt worden. Die Kinder wollten außerdem wissen woher der Name Wiederkäuer komme. 

Vom Interesse und den Fragen der Kinder zeigten sich sowohl Bernd Buntenbach als auch Landwirt Clemens Cremer-Schulte beeindruckt.

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