Ein Unterstützer und Helfer für Neuenrader Hauptschüler

Wolfgang Schmidts, (Dritter von rechts) will sich individuell um die Zukunftsplanung der Hauptschüler kümmern. - Foto: von der Beck

Neuenrade -Wolfgang Schmidts neue Aufgabe unter einem Oberbegriff zusammenfassen fällt den Initiatoren und Helfern schwer. „Begleiter“ oder „Unterstützer“ – das sind Formulierungen, die der neuen, ehrenamtlichen Kraft an der Gertrudenschule wohl am nächsten kommen, da sind sich Christiane Frauendorf, Claudia Kaluza aber auch Schulleiter Hans-Jürgen Stracke und Hauptamtsleiter Dierk Rademacher mit Monika Arens ziemlich sicher. „Joblotse“ – eine frühere Formulierung zu seinem Tätigkeitsbereich, das werde seiner Aufgabe nicht gerecht, es sei viel mehr.

Der 67-jährige Schmidts ist pensionierter Hauptschullehrer und war 40 Jahre im Schuldienst, zuletzt lange Jahre an der Hauptschule in Sundern. Dort war er nicht nur Pädagoge sondern kümmerte sich auch um die Laufbahn der Hauptschüler nach dem Schulabschluss, installierte dort gemeinsam mit seinen Kollegen ein System der Berufsberatung.

Als in diesem Jahr nun die FDP im Stadtrat ihren Antrag präsentierte, einen Joblotsen für die Schüler zu suche und zu installieren, da meldete sich der Neuenrader Schmidts sofort für diese Aufgabe. Im Stadtrat fand der Antrag denn auch Zustimmung, erste Gespräche mit Schmidts, den Schulleitern und dem Schulverwaltungsamt gab es im September, die Rahmenbedingungen für das Ehrenamt wurden stramm gezogen. Schmidts wird demnach ein wenig Unterstützung erhalten, sei es bei Fahrtkosten oder anderem Aufwand. Die FDP sicherte zu, hier die Anschubfinanzierung für das erste Jahr zu leisten.

Schmidts wird nun – unter Neuenrader Vorzeichen – an dem anknüpfen, was er an der Hauptschule in Sundern für und mit den Schülern geleistet hat. Dabei ist er auf Kooperation und Zusammenarbeit angewiesen. Das fängt bei dem Kollegium der Hauptschule an, geht über die Stadtverwaltung bis hin zu den entsprechenden Ansprechpartner bei der Arbeitsagentur. Mit zum Netzwerk zählen sollen auch potenzielle Arbeitgeber. Schmidts wird immer dienstags in einem Büro der Hauptschule sitzen, wird dann auch in den Pausen seine Tür für die Schüler offen halten. Er will, was die beruflichen Perspektiven der Schüler anbelangt, vertrauensvoller Unterstützer sein. Während also die Lehrer in Sachen Berufsbildung sich an viele Schüler wenden, obliegt Schmidts der Part, sich individuell um die Schüler zu kümmern. Er unterstützt sie in Abstimmung mit dem Kollegium beim Berufsfindungsprozess, kann in vielen, vielen Belangen Hilfestellung leisten oder weiß eben, wo es weitere Unterstützung gibt. Der Berufswahlpass, den jeder Gertrudenschüler führt, wird dabei hilfreich sein.

Die Unterstützung durch Schmidts wird nicht enden, wenn die Schüler die Schule verlassen. Bei Bedarf wird er die Schüler bis zum Ende der Ausbildung begleiten. Dazu sei ein Vertrauensverhältnis zum Schüler/zur Schülerin enorm wichtig. „Da muss ich Zugang finden.“ Und da erwartet er durchaus auch Eigeninitiative. Wer Schwierigkeiten habe, der könne sich immer melden. Schmidts hofft zudem, die Eltern mit ins Boot zu holen. Leider sei es heutzutage so, dass etliche Jugendliche beim Berufsfindungsprozess von ihrem Zuhause allein gelassen würden. Doch gerade Eltern könnten bei der Zukunftsplanung eine wirkliche Hilfe sein. Und er will nun für elterliche Mitwirkung sorgen.

Also: Ein verlässliches Netzwerk und vor allem vertrauensvolle Arbeit mit den Schülern ist entscheidend. – „Wenn das alles klappt, dann habe ich um die Zukunft der Schüler keine Angst“, betonte Schmidts. -

Von Peter von der Beck

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare