Sozialkompetenz stärken

Im Rahmen des erlebnispädagogischen Trainings „kämpften“ die Schüler um Stühle.

Neuenrade - Die beiden neunten Klassen der Gertrudenhauptschule beschäftigten sich am Mittwochvormittag ausführlich mit den Themen Gewalt, Mobbing und Drogen – und damit, wie sie sich in Konfliktsituationen verhalten können.

Der Workshop-Tag, der im Philipp-Neri-Haus stattfand, ist ein Kooperationsprojekt der Hauptschule mit den Organisationen Young Caritas im Märkischen Kreis und der Drogenberatungsstelle Drobs, Standort Werdohl.

In vier Gruppen durchliefen die Schüler vier Stationen. Schulsozialarbeiter Thorben Schürmann zeigte den Schülern Video-Schnipsel, in denen Konfliktsituationen aus dem Schulalltag gezeigt werden. Beispiel: Ein neuer Schüler kommt in die Klasse und wird von seinen Klassenkameraden gemobbt, bis ihm schließlich im Sportunterricht der Kragen platzt und er einem Mitschüler mit der Faust ins Gesicht schlägt.

Nachdem die Hauptschüler sich den etwa dreiminütigen Clip angeschaut hatten, diskutierten sie mit Schürmann darüber, welche Figur an welcher Stelle die Verantwortung für das Geschehen trägt, und versetzten sich in die verschiedenen Rollen hinein. Der Schulsozialarbeiter erklärte, dass es darum geht, in Konfliktsituationen zu wissen, wie man eingreifen kann.

Zusammen mit Frank Rittinghaus, Klassenlehrer der 9a, und Hans-Jürgen Stracke, Schulleiter und Klassenlehrer der 9b, sprachen die Schüler dann über verschiedene Szenarien und versuchten zu erkennen, was Gewalt überhaupt ist und wie sie sich äußert.

Ein erlebnispädagogisches Training bot die Organisation Young Caritas. Mehrere Stühle standen bereit, jeder Schüler erhielt auf einem Zettel eine Anweisung, was er mit denen machen soll. Während einige Schüler alle Stühle auf den Boden legen sollten, sollten andere einen Kreis aus ihnen bilden und wiederum andere sollten die Stühle paarweise Rücken an Rücken positionieren – das alles, ohne dass einer vom Vorhaben der anderen wusste und ohne zu reden. Nach kleinen Kämpfen um die Stühle, kristallisierte sich heraus, dass alle Positionierungen der Stühle gleichzeitig möglich sind, wenn die Spieler kooperieren. Es ging darum, den Gruppenzusammenhalt zu stärken und gemeinsam Lösungsstrategien für herausfordernde Situationen zu finden.

Auch im vierten Workshop, betreut von der Drobs, erfuhren die Schüler, wie sie in kritischen Situationen richtig reagieren und wie sie zu Themen ihre eigene Meinung bilden und vertreten. Die Drobs sollte den jungen Leiten außerdem als Beratungs- und Anlaufstelle vorgestellt werden.

Von Kristina Köller

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