Neuenrader vor Gericht

Nachbarin deckt Falschaussage auf: Geldstrafe

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Neuenrade/Altena – Fahren ohne Fahrerlaubnis? „Ich kann so viel sagen, dass ich selber nicht gefahren bin, sondern meine Lebensgefährtin“, versicherte ein 52-jähriger Neuenrader im Amtsgericht Altena.

Mit dieser Ansage hatte er gegen einen zuvor erlassenen Strafbefehl Einspruch eingelegt. 

Schon seit längerer Zeit habe er seiner Freundin aus Iserlohn seinen Wagen überlassen, ergänzte er, und an jenem 6. November 2018 sei sie mit dem Auto einkaufen gefahren. Die Freundin hatte er als Zeugin mitgebracht. 

Guter Blick von der Terrasse aus

Vor ihrer entlastenden Aussage wollten die Juristen zunächst jene Nachbarin hören, die den 52-Jährigen mit ihrer Anzeige belastet hatte. „Ich habe gesehen, wie der Angeklagte gefahren ist“, bestätigte sie den Vorwurf. „Er war eine halbe bis dreiviertel Stunde weg, und ich habe auch gesehen, wie er wiederkam und allein im Auto saß. Der Blick von ihrer Terrasse sei gut gewesen. Ein paar Tage später habe sie erneut die Polizei informiert, „weil das Auto schon wieder weg war. Ob er da selber gefahren ist, weiß ich nicht.“ 

„Warum haben Sie das gemacht?“, forschte Richter Dirk Reckschmidt nach möglichen sachfremden Gründen für die Anzeige. Sie habe ihrer Verantwortung gerecht werden müssen, denn der Angeklagte habe doch keine Fahrerlaubnis mehr, erklärte die Zeugin. Ihre Glaubwürdigkeit war auch nicht dadurch zu erschüttern, dass sie die Ex-Frau des Angeklagten gut kannte. 

Strafe reduziert

Diesem wurde dringend geraten, sich vor der Aussage seiner Freundin noch einmal umfassend mit seinem Anwalt zu unterhalten. Der erlassene Strafbefehl sei doch relativ maßvoll und man könne die Sache „auf vernünftige und etwas stillere Weise regeln“. 

Eine mögliche Falschaussage war damit abgewendet, die Freundin musste nicht mehr aussagen, und der Angeklagte beschränkte seinen Einspruch auf die Rechtsfolgen, also das erlassene Strafmaß. Seine Einkünfte waren geringer als angenommen, und so wurden aus 80 Tagessätzen zu je 30 Euro ebenso viele zu je 20 Euro.

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