100 dürfen, 20 kommen: Neuenrader Freibad im Schichtbetrieb

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Ida, Finn und Asta haben den vergangenen Sommer viele Tage im Freibad verbracht und wollen das auch trotz Corona wieder tun.

Neuenrade – „Endlich“, jubelt die 13-jährige Ida, während sie mit den beiden zwölfjährigen Asta und Finn im Wasser herumtollt. „Wir haben auch lang genug gewartet“, befindet die Jugendliche in Hinblick auf den ersten Öffnungstag des Freibads Friedrichsthal nach dem Corona-Shutdown.

Während der Sommer der vergangenen Jahren hätten sie stets eine Saisonkarte gehabt, sagen alle drei. „Und eigentlich waren wir dann auch jeden Tag hier“, erinnert sich Ida. Auch in diesem Jahr wollen sie nun täglich herkommen, um sich ins kühle Nass zu stürzen. Scheu oder Skepsis ist den drei Heranwachsenden nicht anzumerken.

„Ich habe auch keine Bedenken“, erklärt Petra Brockhagen, die im 50-Meter-Becken ihre Runden zieht. Sie gehöre zur Truppe der Frühschwimmer, erläutert sie. „Und ich habe mich den ganzen Winter darauf gefreut, dass das Bad wieder öffnet“, fügt sie hinzu. „Ich finde es superschön, dass es nun endlich soweit ist.“

Sie schaut sich um und stellt dann fest: „Ich finde auch gut, dass es nicht so voll ist. So hat man Platz, um ungestört zu schwimmen.“ Angst vor Begegnungen im Wasser habe sie allerdings keine: „Ich bin da nicht so bange“, bringt sie ihre Emotionen auf den Punkt.

Schwimmmeisterin Andrea Helinski bilanziert am Sonntagmittag: „Pro Schicht kommen etwa 20 Badegäste.“ Mit Schicht meint die Schwimmmeisterin die Zwei-Stunden-Phasen, in die der Besuchstag im Friedrichsthal eingeteilt wurde. Nach 120 Minuten müssen alle Gäste das Bad verlassen und die Angestellten desinfizieren alle Einrichtungen, bevor sie die nächsten Besucher hineinlassen.

Helinski freut sich: „Die Besucher sind dabei alle diszipliniert und haben alle großes Verständnis.“ Auch die Absperrung des Volleyball-Feldes habe noch keine Beschwerden zur Folge gehabt. Vor dem rot-weißen Flatterband liegen derweil zwei junge Frauen und genießen ihr erstes Sonnenbad der Saison. Derweil berichtet Helinski weiter: „Alle Besucher sind einfach nur gut drauf. Sie sind alle begeistert, dass sie endlich wieder zu uns kommen dürfen.“ Bürgermeister Antonius Wiesemann hört sich das aufmerksam an. Er ist soeben zu einer Stippvisite ins Bad gekommen. Ins Wasser springen möchte das Stadtoberhaupt nicht, nur einmal kurz nach dem Rechten schauen.

Schnell hat er festgestellt, dass alles reibungslos funktioniert und so kann er sich auf den Weg machen: Einen Pfingstausflug mit dem Rad hat er geplant, hält den Fahrradhelm unter dem Arm. Bis zu 100 Badegäste dürften zeitgleich ins Neuenrader Freibad, doch am Sonntagvormittag ist der Andrang noch nicht so groß. Bei dieser Beschränkung bleibt es jedoch noch auf jeden Fall bis zum Sonntag, 28. Juni. Sie garantiert, dass jeder Besucher rechnerisch zehn Quadratmeter Wasserfläche für sich hat.

Zu den noch notwendigen Einschränkungen gehört eine Maskenpflicht bei Betreten des Freibades. Zudem müssen sich alle Gäste in einer Besucherliste eintragen. Schließlich sind Abstandsregeln einzuhalten. Markierungen auf dem Boden weisen darauf hin.

Die Duschen und die Umkleiden sind geschlossen. Besucher müssen also bereits in Badekleidung anreisen. Die Duschen im Außenbereich dürfen allerdings, erklärt Schwimmmeisterin Helinski, zum Haarewaschen genutzt werden. „Allerdings ist das Wasser recht kalt“, gibt sie zu bedenken.

Jahreskarten werden aufgrund der verkürzten Saison in diesem Jahr nicht angeboten, Zehnerkarten indes schon.

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