„Kampf um jeden Parkplatz“

NEUENRADE - Das Thema Parken in der Innenstadt wurde jetzt in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung aufs Tapet gebracht. Insbesondere Dauerparken in der Innenstadt wurde dabei problematisiert.

Von Peter von der Beck

Es war Bernd Buntenbach (FWG), der sich des Themas in der Sitzung annahm und eine längere Debatte anstieß. Als Dauerparker wurden dabei Mitarbeiter der ansässigen Einzelhändler und Dienstleister ausgemacht, die so Parkplätze für mögliche Einzelhandelskundschaft blockierten. Nach alternativen Parkplätzen für die Dauerparker wurde gesucht. Die häufiger auch schon von Bernd Buntenbach ins Spiel gebrachte Möglichkeit Dauer-Parkplätze an der Niederheide zu schaffen, funktioniert dabei nicht. Denn nach Auskunft durch Bauamtsleiter Marcus Henninger herrsche dort schon für die Lehrer ein gewisse Parkplatznot. Außerdem gebe es wegen des Buswendeplatzes und den Hallenbesuchern wenig Möglichkeiten.

Als vorübergehende Alternative für Dauerparker wird der Parkplatz am ehemaligen Aldi-Gebäude genutzt. Hier gibt es mit dem Besitzer eine Vereinbarung. Auch das Kohlhage-Gelände (Hinter der Stadt) als kostenfreies Park-Areal wurde von Ausschussmitgliedern ins Spiel gebracht. Hier riet Marcus Henninger, vorher mit Kohlhages zu sprechen, bevor etwas angeleiert werde. Denn: „Wer ein Grundstück zur Verfügung stellt steht auch dafür gerade und hat Verkehrssicherungspflicht“, erläuterte Henninger. Es gibt dazu das Angebot für Dauerparkplätze auf Stadtverwaltungsgelände für zehn Euro/Monat. Das indes werde kaum genutzt, hieß es von der Verwaltung. Das sei wohl schon zu weit weg.

Bürgermeister Klaus Peter Sasse sagte gar, dass es dabei auch etliche Rathausmitarbeiter gäbe, die – ähnlich wie die in der Kritik stehenden Mitarbeiter der Privat-Unternehmen – die für maximal zwei Stunden Parkzeit ausgelegten Stellplätze als Dauerparkmöglichkeit nutzen würden. Zu Verdruss führen auch Dauerparker auf dem Lidl-Parkplatz, berichtete Ruth Echterhage von der E-Holding, welche die Parkfläche mitbewirtschaftet. Höfliche Hinweise oder Zettel brächten nichts, vielmehr gäbe es häufiger patzige Antworten.

Wie dem auch sei: Gegen Uneinsichtige wurden gar verstärkte Kontrolle per Kreidestrich, Parkkralle, oder Abschleppen ins Feld geführt.

Bürgermeister Sasse, der zwischendurch betonte, dass es im Sinne des Stadtmarketings ein „Kampf um jeden Parkplatz“ sei, setzt auf das persönliche Gespräch auch mit den Arbeitgebern („Mitarbeiter parken da, wo der Chef steht“). Auch sollen mehr Dauerparkplätze angeboten werden.

Bleibt der Hinweis, dass Neuenrade, genau wie Balve, noch zur Insel der Glückseligen gehört – was das Parken anbelangt. Fast überall in der Umgebung (Altena und nun auch Werdohl) müssen Parker bezahlen und die Städte generieren Einnahmen.

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