Weisheiten eines Windelexperten

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Der Neuenrader Comedian Ludger Heitmann schlüpfte in eine neue Rolle.

Neuenrade - Nach wie vor ein Entertainer aus der Abteilung Humor ist Ludger Heitmann, der sich von seiner Rolle als „Schmölen Jochen“ vor fünf Jahren verabschiedet hat, sich aber für seinen Auftritt am Samstag in der Gaststätte Zur Linde neu aufgestellt hat.

„Ich spreche nur hochdeutsch und bin normal gekleidet“, stellte er zu Beginn seines Programms „Elternzeit und Windelwechsel“ das Wesentliche dar. Außerdem: „Ich habe früher viel gesabbelt, rede dafür heute langsamer, wiederhole und mache Pausen – dann muss ich weniger reden, und Sie meinen, es dauert länger.“ Der 47-Jährige fuhr damit schon die ersten Lacher ein in der Neuenrader Altstadt, in der sein Publikum von Anfang an auf seiner Wellenlänge war.

„Es geht nicht um Aufzucht und Hege der Wanderfalken“, fasste er sein neuestes Programm zusammen. Vielmehr stellte er das Leben rund um seinen jetzt zwei Jahren alten Sohn Moritz in den Mittelpunkt, wobei er auch die Stationen Kennenlernen („Mein erster Kontakt zur Weiblichkeit war der Otto-Katalog“) und Erotik mit einschloss.

Zur Schwangerschaft sagte er bedauernd: „Es gibt keine Bedienungsanleitung oder ein Anwenderhandbuch.“ Groß war aber die Vorfreude „auf einen Zwerg“ – und hierbei brach er eine Lanze für „alte Eltern“, zu denen auch er und seine Frau Tanja gehörten. „Der Herrgott verteilt die Geschenke dann, wenn es in seinen Terminkalender passt“, sagte er dazu.

Der Künstler wollte unterhalten, nicht belehren bei der Verkündigung der Weisheiten eines Vaters, der sich als Windelexperte in der Krabbelgruppe einen Namen gemacht und sich neu organisiert hat, wenn es um Schlafen, Urlaub, Sport und Autos geht. Er hielt viele Tipps bereit, wusste aber auch: „Kinderlose Paare sind die besten Ratgeber.“

Nachdenklicher wurde er zum Ende seines zweistündigen Programms, als er einen Blick auf Kindergarten und Schule warf, und dabei auch geschickt auf die große Politik und das Wahlverhalten zu sprechen kam.

Zwei Gedichte folgten als Zugabe, dann hob er seine Arme, zeigte auf die großen Schweißflecken auf seinem St.-Pauli-Shirt und sagte: „Ich habe wirklich genug getan.“ Wer wollte, konnte ein Autogramm von ihm mit nach Hause nehmen.

„Dieser Auftritt war einmalig“, betonte Heitmann. Im Gespräch mit der Redaktion erklärte er, dass sich so vieles zugetragen habe, seitdem er sich als „Schmölen Jochen“ zur Ruhe gesetzt hatte, dass es jetzt an der Zeit sei, diese Ereignisse aufzubereiten und einem interessierten Publikum vorzustellen. Weitere Auftritte seien aber nicht vorgesehen.

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