Emotionsgeladene Preisverleihung

Dana Schnabel und Andreas Wiesemann teilen sich den Bürgerpreis des Jahres 2013. -  Foto: Jentzsch

NEUENRADE - Die Liste der Kandidaten war lang. Es sei so viel passiert, so viele Menschen hätten sich verdient gemacht. Am Ende fiel die Entscheidung, wer den Bürgerpreis 2013 erhalten soll, auf zwei Bewerber. Zwei Kandidaten, deren Antrieb, etwas zu bewegen, nicht unterschiedlicher hätte sein können. Bürgermeister Klaus Peter Sasse übergab am Donnerstagvormittag vor Hunderten von Gästen im Kaisergarten den geteilten Bürgerpreis 2013 an Dana Schnabel und Andreas Wiesemann.

Dana Schnabel bekam den Preis verliehen, weil sie in kürzester Zeit Massen von Menschen bewegt hatte, sich für etwas Gutes einzusetzen. Auslöser war ihr an Leukämie erkrankter Brüder Mika Schnabel gewesen, der dringend einen Stammzellenspender benötigte. Dana Schnabel nahm das Heft in die Hand, setzte alles auf eine Karte – und gewann. Am Tag der Deutschen Einheit saß ihr Bruder neben ihr. Ohne die unvergleichliche Welle der Bereitschaft, die Dana Schnabel und ihre Mitstreiter losgetreten hatten, hätte Mika am Donnerstag vielleicht nicht mehr an der Veranstaltung teilnehmen können. Entsprechend emotionsgeladen verlief die Verleihung. Viele der Anwesenden im Saal zählten zu den mehr als 2500 Spendern, die sich am 17. März an der Niederheide zur Typisierungsakion einfanden. Verständlich, dass nicht nur beim Bürgermeister bewegende Erinnerungen wieder hoch kamen und seine Stimme stocken ließen. Eine denkwürdige Aktion, die gezeigt hat, was Menschen bewegen können, wenn sie sich voll und ganz einsetzen. Dana Schnabel nahm den „halben“ Bürgerpreis 2013 stellvertretend für die Aktion „Wir helfen Mika und anderen“ entgegen. Gewürdigt wurde aber auch das außergewöhnliche Engagement der Gesellschaft im Kampf gegen eine tückische Krankheit. „Diese Aktion hat ein Gesicht, sie hat einen Namen: Dana Schnabel“, schloss Sasse seine bewegende Laudatio ab.

Auch Andreas Wiesemann, der Affelner Ortsvorsteher, nahm seine Hälfte vom Bürgerpreis stellvertretend entgegen. Anlass war hier die 700-Jahr-Feier in Altenaffeln. Ein Fest, das aus deutlich mehr als Unterhaltung bestand. Es war ein Fest, an dem die ganze Bevölkerung des Dorfes teilgenommen hat – mit positiven Nebenwirkungen. Denn: Die Menschen in Altenaffeln sind zusammengerückt. Wahrscheinlich viel dichter als es in der jüngeren Vergangenheit der Fall war. Generationsübergreifend haben sich die Altenaffelner für ein Jahrhundert-Projekt ins Zeug gelegt und sich als Dorfgemeinschaft mit Vorbild-Funktion präsentiert.

Wille, Mut und Ausdauer seien Grundlagen, ohne die Außergewöhnliches selten in Gang kommt. In diesen beiden speziellen Fällen, so der Bürgermeister, haben sich Menschen eingesetzt und Großartiges erreicht.

Die beiden Preisträger waren sich ihrer herausragenden Leistungen wahrscheinlich bewusst, sprachen der Bevölkerung aber ausdrücklich ihren Dank aus. Dana Schnabel sei stolz in Neuenrade, einer großartigen Stadt, leben zu dürfen und auch Andreas Wiesemann bedankte sich bei den vielen Besuchern, die die 700-Jahr-Feier erst zu dem beeindruckend positiven Ereignis gemacht haben, als das es in der Chronik des Dorfes erhalten bleiben wird. Im Anschluss an die Vergabe trugen sich dieglücklichen Preisträger unter dem Applaus des Publikums in das Goldene Buch der Stadt Neuenrade ein.

Es hätte keinen besseren Anlass für die diesjährige Bürgerpreisverleihung geben können, als die Veranstaltung im Rahmen des Tags der Deutschen Einheit. Das wurde am Ende deutlich. Denn: Die Menschen hatten sich in beiden prämierten Fällen als Einheit präsentiert – eine wunderbare Parallele zur Rede des Bürgermeisters. Sasse hatte seinen wunderbaren Vortrag mit den Worten geschlossen: „Die Deutsche Einheit – ein Wunder biblischen Ausmaßes.“ Und Wunder passieren immer wieder – auch in Neuenrade.

- Von Markus Jentzsch

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