Neuenrader Sternsinger bringen Segen zum Bundespräsidenten

Nach dem Empfang blieb Zeit für Fotos mit Christian Wulff. Hier umrahmen den Bundespräsidenten Robert Kaluza, Dilshan Yuvarajasingham und Jeremmy Yuvarajasingham (v.l.). ▪

BERLIN/NEUENRADE ▪ Diesen großen Auftritt wird Anna Schulte (11) aus Neuenrade wahrscheinlich nie vergessen. Sie moderierte den Besuch der Sternsinger aus der Hönnestadt bei Bundespräsident Christian Wulff im Schloss Bellevue. Gemeinsam brachten die Neuenrader mit zwei weiteren Gruppen aus dem Bistum den Segen „20*C+M+B+12“ nach Berlin.

„Es war gar nicht so schlimm“, sagte Anna über ihre Aufregung vor dem Empfang beim höchsten Repräsentanten der Bundesrepublik. Nach den ersten Worten habe sich ihre Nervosität schnell gelegt, erläuterte die junge Neuenraderin im SV-Gespräch. „Zu den vielen Kameras habe ich einfach nicht hingeguckt“, erklärte sie. Für den in die Kritik geratenen Bundespräsidenten hatte sie nur lobende Worte: „Er war sehr symphatisch und kinderlieb. Einfach nett.“

Beim Empfang des Segens sagte Wulff: „Wir alle sollen ja auch ein Segen sein und kein Fluch. Das begleitet uns ja auch als Auftrag in unserem Wirken. Und es tut uns gut, dass ihr heute hier am Epiphanias-Tag im Schloss Bellevue seid.“

Für die 20 Neuenrader Sternsinger die mit in den großen Saal des Schloss Bellevue gekommen waren, stand demnach auch nicht die politische Lage im Mittelpunkt, sondern ihr Ansinnen um Spenden für benachteiligte Kinder zu bitten. Sie waren stellvertretend für 500 000 Sternsinger in Deutschland nach Berlin gefahren. Das Kindermissionswerk hatte die Aktion 2012 unter die Überschrift „Klopft an Türen und pocht auf Rechte!“ gestellt. Genau diesem Motto kamen die Neuenrader nach, erklärten die Ziele der diesjährigen Aktion und sangen gemeinsam mit den beiden anderen Gruppen drei Lieder.

Der spannende Tag in der Hauptstadt hatte für die heimischen Jugendlichen schon zeitig begonnen. Vor dem großen Empfang ging es zunächst zum Gottesdienst in die Pfarrkirche St. Ansgar. Anschließend durften die Kinder im Bundespräsidialamt in ihre Verkleidungen schlüpfen. „Um Punkt 11 Uhr ging es dann los“, erzählte Betreuerin Bettina Scheumann. Gemeinsam nahmen die drei Gruppen Aufstellung vor dem Eingangsportal des Schlosses und Anna Schulte hatte die Ehre, Christian Wulff als erste die Hand zu geben. Nach der Zeremonie gab es dann noch für alle Beteiligten Getränke und Brezeln, ehe die Sternsinger von Christian Wulff und seiner Frau Bettina durch das Schloss Bellevue geführt wurden. Am Nachmittag stand dann eine Stadtrundfahrt auf dem Programm. Danach bekamen die Kinder auch Zeit für sich. „Ich geh gleich einkaufen“, freute sich Anna.

Im Sommer des vergangenen Jahres hatten sich die Neuenrader mit einem Video für den Besuch beworben. Das Bistum hatte den Wettbewerb ausgeschrieben und eine Jury stimmte für den Beitrag der Hönnestädter, die sofort mit den Planungen der Fahrt begannen. Eine kleine Enttäuschung musste dabei hingenommen werden: Nur 20 der 27 Kinder und Jugendlichen durften mit ins Schloss Bellevue. Für die sieben Kinder, die den Empfang dort verpassten, wurde aber dank zahlreicher Sponsoren ein Rahmenprogramm geboten. Bürgermeister Klaus Peter Sasse war gestern mit in Berlin und führte die kleine Gruppe durch den Reichstag.

Auch heute nutzen die Neuenrader noch ein Teil des Tages um Berlin zu erkunden. So sind Besuche in einem Wachsfigurenkabinett, am Brandenburger Tor und des Pergamon-Museums geplant. ▪ David Schröder

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