Marderproblem: Bäume dürfen weg

+
Ein Marder im Haus kann zum ersten Problem werden – daher stimmten die Ausschussmitglieder der Fällung zweier Ahornbäume zu.

NEUENRADE - Das Marderproblem eines Neuenrader Ehepaares beschäftigte am Montagabend die Mitglieder des Bauausschusses. Auf dem Grundstück wachsen in unmittelbarer Hausnähe zwei mehr als 20 Jahre alte Ahornbäume.

Von Laila Weiland

Das Problem ist dabei aber nicht direkt ihre Größe, sondern, dass sie offenbar einem Marder als Aufstiegshilfe dienen, der sich im Dach des Hauses eingenistet hat. Das Tier sei auch durch verschiedenen Marderverdrängungsmittel nicht zu vertreiben und würde für erhebliche Schäden am Dach sorgen. Außerdem sei an Schlaf kaum zu denken, wenn der Marder im Dach über dem Schlafzimmer aktiv werde.

Bauamtsleiter Marcus Henninger betonte, dass nicht jeder Baum im Ausschuss besprochen werden müsse – es handle sich hier aber um einen Härtefall wegen des Marderproblems. Ludger Stracke von der CDU zeigte Verständnis für das Problem des Paares. „Wenn ein Marder im Haus wohnt, ist an Schlaf nicht zu denken – vom wirtschaftlichen Schaden mal ganz abgesehen – das ist auf jeden Fall ein Grund zur Fällung.“ Gegenwind gab es von Seiten der Grünen: Der Marder sei auch in Lage, an der Hauswand hoch zu klettern. Mit der Fällung der ansonsten gesunden Bäume sei also nicht garantiert, dass das Problem aus der Welt geschafft werde. Detlef Stägert von der FWG hielt dagegen: „Demnach müssten fast alle Häuser in Neuenrade ein Marderproblem haben.“ Die Fällung würde es dem Tier zumindest erschweren. So stimmten am Ende der Diskussion alle Ausschussmitglieder, mit Ausnahme der Grünen, für die Fällung der beiden Ahornbäume. Die Grundstücksbesitzer verpflichten sich gemäß der Baumschutzverordnung zu Ersatzpflanzungen.

Weniger überzeugend waren die Argumente eines Grundstücksbesitzers, der die Fällung von acht Weiden auf seinem Grundstück in Blintrop beantragt hatte. Die Bäume würden das Nachbargrundstück derart überschatten, dass sowohl der Rasen, als auch die Hauswand zunehmend vermoosen würden. Außerdem sei die Belastung durch herabfallende Blätter enorm. Die Mitglieder waren sich einig, dass es sich dabei um vorhersehbare Probleme handle: ein Baum werfe nunmal Schatten. Den Antragstellern entstünden außerdem keine Kosten, wie im vorher besprochenen Fall. Daher einigte man sich, die Bäume auf eine Stammlänge von zwei Metern zurück zu schneiden. Damit zeigten sich auch die Grünen zufrieden: „Halb weg ist besser als ganz weg.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare