Kann Betrieb im Februar starten?

Neuenrader als technischer Koordinator: So lief der Aufbau des Impfzentrums MK

Der Neuenrader Karsten Runte hat den Aufbau des Impfzentrums MK in Lüdenscheid koordiniert. Unter großem zeitlichem Druck wurde alle bis Mitte Dezember fertiggestellt. Geöffnet ist das Impfzentrum allerdings bis heute nicht. Auch einen Termin gibt es bislang nicht.
+
Der Neuenrader Karsten Runte hat den Aufbau des Impfzentrums MK in Lüdenscheid koordiniert. Unter großem zeitlichem Druck wurde alle bis Mitte Dezember fertiggestellt. Geöffnet ist das Impfzentrum allerdings bis heute nicht. Auch einen Termin gibt es bislang nicht.

„Ich bin der technisch-taktische Koordinator, der bei Bedarf sagt, wo es hingehen soll“, umschreibt der stellvertretende Kreisbrandmeister, der Neuenrader Karsten Runte, seine Aufgabe beim Aufbau eines Corona-Impfzentrums in Lüdenscheid.

Knapp drei Wochen, vom 30. November bis zum 15. Dezember, blieben ihm und den weiteren Helfern dafür Zeit. Doch auch jetzt ist seine Arbeit diesbezüglich noch nicht beendet.

Runte, beruflich in der Wasserbehörde der Kreisverwaltung tätig, betont zunächst: „Ich bin nur Teil eines Teams, zu dem auch zwei Ärzte gehören, die derzeit bereits in den Pflegeheimen Impfungen durchführen.“ Wann das stationäre Impfzentrum in der Schützenhalle Loh letztlich erstmals seine Pforten öffnet, weiß der Feuerwehrmann nicht. „Das entscheidet das Land Nordrhein-Westfalen und das hängt ja auch davon ab, wann endlich genügend Impfstoff vorrätig sein wird. Ich hoffe mal auf Februar, kann es aber nicht sicher sagen. Mit Prognosen bin ich lieber vorsichtig.“

Suche nach einem geeigneten Standort

Doch der Reihe nach: Am 30. November traf sich das Organisationsteam nach Aussage von Runte zum ersten Mal. Zunächst galt es, eine geeignete Örtlichkeit als Standort für das Impfzentrum zu finden. „Wir sind mehrere Stellen angefahren, haben uns jeweils vor Ort umgesehen und uns letztlich für die Schützenhalle entschieden.“

Um aus dieser Halle ein Impfzentrum zu machen, bedurfte es eines großen Aufwandes. Runte sagt: „Die Bürger sehen ja nur den Pieks der Nadel, wenn auch hier die Impfungen angelaufen sind, aber wir haben ganz viel Arbeit drum herum. Und da waren ganz viele gute Geister im Hintergrund mit involviert.“ Im Kreishaus allein, so schätzt er, 25 Mitarbeiter, die ihm geholfen haben: „Jeder hat ja sein Spezialgebiet.“ Dazu kamen noch Mitarbeiter der Stadt Lüdenscheid sowie beauftragte Firmen.

Vorgaben haben sich immer wieder geändert

Gut zweieinhalb Wochen blieb ihnen, um die Vorgaben des Landes umzusetzen, „die sich auch fortwährend geändert haben, oftmals ausgerechnet dann, wenn gerade etwas fertig war“. Wiederholt habe er Pläne anpassen und ändern müssen, erzählt Runte. Auch samstags und sonntags habe er gearbeitet. Zudem habe er nicht selten zuhause nach seinem eigentlichen Feierabend am Computer gesessen, um zu planen, Skizzen anzufertigen und zu organisieren.

Dabei dachte Runte etwa auch ans Wetter. Damit die Menschen, die sich impfen lassen möchten, bei ihrer Ankunft nicht gegebenenfalls im Regen stehen, wurde ein großes schlauchförmiges Zelt besorgt. Denn mit Betrieb der Einrichtung wird jeder Ankommende auf seine Impfberechtigung hin überprüft und muss sich ausweisen – dank des Zeltes im Trockenen. Für Rollstuhlfahrer wurde eine 24 Meter lange Rampe gebaut, damit diese ohne Hilfe in die Halle kommen.

Viele Fragen mussten geklärt werden

Fragestellungen, die Runte als technisch-taktischer Koordinator auf dem sprichwörtlichen Schirm hatte, waren beispielsweise: Wie ist die Anbindung des Impfzentrums an den öffentlichen Personennahverkehr? Wie sieht die Parkplatzsituation vor Ort aus? Wie kann sichergestellt werden, dass der Betrieb nicht kollidiert mit den Restaurant-Gästen, sobald dieses wieder geöffnet sein darf? Wie wird sichergestellt, dass die Mitarbeiter des Impfzentrums und die zu Impfenden über getrennte Toiletten verfügen?

Ein großer Posten war aber auch der Innenausbau. „Allein zwei Kilometer Netzwerkkabel haben wir verlegt“, erklärt Runte. „Die Computer, Drucker und weiteren Geräte bringt die Kassenärztliche Vereinigung mit.“ Denn die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe ist für den eigentlichen Impfprozess durch die Mediziner zuständig. Zudem wurde ein PVC-Boden verlegt, um das Parkett in der Schützenhalle zu schonen – immerhin mehr als 2000 Quadratmeter.

Zeitplan oft eng getaktet

„Morgens wurden die PVC-Rollen angeliefert. Die haben wir in der Halle verteilt. Nachmittags war in der Schützenhalle noch eine Kreistagssitzung. Abends haben wir die Tische und Stühle weggeräumt. Und am nächsten Morgen haben wir den neuen Fußboden verlegt“, schildert Runte an einem konkreten Beispiel, wie eng der Zeitplan oft getaktet war.

Dann gibt er zu: „Das war schon anstrengend. Aber durch Corona hatte ich ja auch sonst nicht so viele Termine, also war Zeit dafür eigentlich da.“ Anfangs habe er sich schon gefragt: „Klappt das alles wirklich?“ Sogleich unterstreicht er jedoch: „Ich setze meine Pläne aber eigentlich immer ganz ruhig um.“ Und so habe alles schließlich ganz gut funktioniert.

Trotz vieler Überstunden: „ Das Ganze hat auch Spaß gemacht“

Seine Überstunden habe er dabei nicht gezählt, berichtet Runte, sagt aber fast im selben Atemzug: „Das Ganze hat auch Spaß gemacht. Und genug Schlaf habe ich auch bekommen in der Zeit.“ Dann holt er Luft und sagt: „Es gab zwar zwischendurch immer wieder Änderungen im Verfahren, aber letztlich haben wir es ja doch noch rechtzeitig hinbekommen.“

„Und jetzt bin ich noch Teil des Leitungsteams“, was aber nicht heißt, dass er ständig vor Ort sein werde, wenn in der Schützenhalle geimpft wird. „Ich muss nicht anderen bei der Arbeit zusehen. Außerdem bin ich vorsichtig in Bezug auf das Coronavirus. Bei Massenveranstaltungen wird mich derzeit niemand sehen“, betont er.

Sollte es haken, ist Runte zur Stelle

Sollten aber noch einmal Umbauten notwendig sein, sollte der Betrieb Stellen zeigen, an denen es trotz aller bereits durchgeführten Testläufe noch hakt, fährt Runte sofort zur Schützenhalle, um noch einmal mit anzupacken.

Das Impfzentrum Loh wird aus sechs Impfstraßen bestehen. Jede kann 20 zu Impfende pro Stunde versorgen. Bei einem Zwei-Schicht-Betrieb über zwölf Stunden heißt das: 1440 Impfungen pro Tag können verabreicht werden, täglich in der Zeit von 8 bis 20 Uhr. 30 Mitarbeiter pro Schicht werden dafür im Einsatz sein.

Impfung: Runte lässt Senioren den Vortritt

Karsten Runte selbst ist derweil noch nicht geimpft. „Als Mitglied des Impfteams hätte ich mich bereits impfen lassen dürfen. Aber erst einmal muss genügend Impfstoff da sein. Jetzt sind erst einmal die Pflegeheime an der Reihe, ich komme später“, stellt er klar.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare