In Neuenrade wird weiter aufgeforstet

Ortstermin auf dem Kohlberg. ▪

NEUENRADE ▪ Im Moment macht dem Förster Franz-Josef Stein Holzverkaufen Spaß. Die Preise sind bestens und für die Zukunft seien die Aussichten wohl rosig für nachwachsende Rohstoffe.

Zwar könne niemand die Preisentwicklung über mehrere Jahrzehnte voraussagen, doch angesichts der weltweiten Entwicklungen und dem prognostizierten Ressourcenbedarf seien die Aussichten gut. Doch profitieren werden die Neuenrader eben erst in einigen Generationen.

Gestern war Ortstermin für die Mitglieder des Umweltausschusses der Stadt Neuenrade. Im ausgeliehenen Stadtwerkebus, mit eigentlich nur straßentauglichen Autos und ein paar Geländewagen ging es über die Schotterpisten der Kohlberger Höhen, an der Grenze zu Dahle und zu Hemer entlang und zurück ins Städtchen. Unterwegs zeigte Stein den Ausschussmitgliedern vorher allerdings den Babywald, Anpflanzungen, Problemecken und Müll. Gerhard Schumacher verwies zudem auf den zusätzlichen Platzbedarf für das Erfolgsprojekt Babywald: „Für die nächsten zehn Jahre haben wir nicht genügend Fläche“. Lambert Cormann oder auch Stein vermittelten unterwegs Wissenswertes zu den Anpflanzungen. Anzupflanzen gibt es reichlich: Im Frühjahr werden vor allem am Kohlberg um die 19 Hektar mit 80000 Pflanzen bestückt. Der Kostenpunkt: 140000 Euro, 50000 Euro Fördermittel sind in dem Betrag enthalten. Die Anpflanzungen sind aufeinander abgestimmt. Traubeneiche wird gepflanzt, dazwischen Linden zur Beschattung. Rotbuche wird angepflanzt, robuste Kiefer, die mit dem steinigen, wasserarmen Boden gut zurecht komme. Auch Douglasie wird auf dem Kohlberg wachsen. Viele Kulturen sind wohl auch gut angegangen. Es gilt aber auch aufzupassen. Viel Ginster wächst und man hofft, dass die Brombeere ausbleibt.

Auch ein Problemareal gibt es. Stein verwies auf eine größere Fläche, wo von den angepflanzten Stieleichen bis zu 50 Prozent der Bäumchen abgestorben seien. Stein sprach von „stümperhafter Pflanzarbeit“. Finanziell belangen könne man den Verursacher nicht. Er sei inzwischen insolvent.

Was das Nachbessern an dieser Fläche kostet, wurde im öffentlichen Teil des Ausschusses nicht beantwortet. ▪ Peter von der Beck

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