In Neuenrade wird viel Müll illegal entsorgt

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Am Raulskamp findet sich häufig illegal entsorgter Müll. Hier sind es Säcke mit undefinierbarem Inhalt.

Neuenrade - Eine halbes Dutzend prall gefüllte kleinere Müllsäcke mit undefinierbaren, einst essbarem Inhalt liegen am Waldrand, das ganze garniert mit einem alten Kühlpad.

Derartige kleinere Müllentsorgungsstellen gibts überall auf Neuenrader Stadtgebiet aber auch größere. Klaus Peter Korte, Abteilungsleiter Baubetriebshof kennt natürlich die einschlägigen Ablagestellen. 

Zu den bei Umwelt-Verbrechern beliebten Ablagestellen zählt ein Parkplatz am Raulskamp, der von außen nicht leicht einsehbar und noch dazu von zwei Seiten befahrbar ist. Dort lagen unlängst ein großer Kanister, ein Stuhl und allerlei Gerümpel. Sogar an touristisch und bei Wanderern beliebten Ecken laden Menschen Müll ab. Korte verweist auf die Hönnequelle, sogar dort hätten Leute ihren Müll entsorgt. 

Manchmal komplette Einrichtungen 

Meist sei es Hausmüll, es komme allerdings auch vor, dass komplette Einrichtungen am Straßenrand oder im Wald entsorgt würden. Häufig würden sich SGVer melden, die Müll mitten im Wald entdeckt hätten. So haben Mitarbeiter des Baubetriebshofes gutzutun. Altreifen einsammeln sei inzwischen Routine, lässt Korte durchblicken. 

Das illegale Wegschmeißen von Müll ist kein Kavaliersdelikt. Insbesondere, wenn die Menschen Kühlschränke in der Natur entsorgen würden, könne Kühlflüssigkeit auslaufen – dann ist schnell ein Straftatbestand erfüllt. Zudem kann Korte gerade bei illegal entsorgten Kühlschränken nur den Kopf schütteln. „Das ist Dummheit, Kühlschränke können kostenfrei entsorgt werden.“ Es sind erhebliche Mengen, die Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofes entsorgen müssen. Die genaue Größenordnung lasse sich schlecht beziffern, aber Korte schätzt, dass das schon „ein paar Container“ Müll seien. „30 bis 40 Kubikmeter“ kämen da jährlich sicher zusammen. 

Uneinsichtigen droht ein Bußgeld 

Es wird durchaus mal jemand erwischt. So hatte ein Altenaer seinen ‘Ranz’ an der Höllmecke entsorgt, aber auch jede Menge Hinweise auf seine Identität hinterlassen. Da genügte ein Anruf aus dem Neuenrader Ordnungsamt und der Altenaer hat seinen Müll „ganz schnell“ wieder abgeholt. Uneinsichtige gibt es allerdings auch: „Da setzte es ein Bußgeld über 150 Euro“, erinnert sich Sabine Rogoli, Abteilungsleiterin im Ordnungsamt. 

Für Müll, der im öffentlichen Verkehrsraum entsorgt wird, ist der Märkische Kreis zuständig. Und dort versteht man bei derartigen Delikten keinen Spaß. Als Müll zählt bei der Behörde nicht nur Gerümpel, sondern auch private Gartenabfälle, deren Entsorgung in der freien Natur nicht erlaubt ist. Die illegale Ablagerung von Abfällen ist zudem eine Ordnungswidrigkeit und kann mit Verwarnungen oder einem Bußgeld bis zu 100 000 Euro geahndet werden, heißt es in den Veröffentlichungen des Märkischen Kreises. 

Hinzu kommt gegebenenfalls die behördliche Entsorgung der Abfälle im Rahmen der sogenannten Ersatzvornahme. Dann übernimmt eben die Behörde das Wegschaffen des Mülls und stellt das Ganze dem Verursacher in Rechnung.

Von Peter von der Beck

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