Bürgerbus hat zu wenige Fahrer

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Der Vorstand des Bürger-Bus-Vereins tagte jetzt in der Gaststätte Zur Linde. Verabschiedet wurde ein neues Routenangebot, dass mit Einschränkungen verbunden ist.

Neuenrade – Der Neuenrader Bürger-Bus-Verein muss sein bisheriges Routenangebot zurückfahren. Künftig wird der bei den Bürgern beliebte Kleinbus mit einer Schicht am Tag zur Verfügung stehen. Grund der Maßnahme: Dem Verein stehen derzeit nur noch 16 Fahrer – davon vier Fahrer lediglich an Samstagen – zur Verfügung, die auf ehrenamtlicher Basis den Bürgerbus über Neuenrader Straßen chauffieren. Auch die nach oben zeigende Altersstruktur der Fahrer trägt derzeit nicht zum Erhalt der bisherigen Fahrpläne bei.

Vor einigen Tagen verabschiedete der Vorstand des Vereins in der Gaststätte Zur Linde die Änderungen. Geplant ist die neue Regelung voraussichtlich ab der zweiten Woche im kommenden Juli. Bis zum Beginn des neuen Schuljahrs wird nur die Erwachsenenlinie bedient, die sogenannte „Kindergartenlinie“ soll erst mit Beginn des neuen Schuljahres in den Fahrplan mit aufgenommen werden.

Nach dem Plan bleibt die Fahrroute der bisherigen Linie 1 und 2 unverändert (Fahrzeit insgesamt etwa eine Stunde). Gestartet wird jeweils um 8.40 Uhr ab Ärztehaus, Endstation ist gegen 12 Uhr die Jahnstraße. Die Fahrtroute führt vom Ärztehaus zur Südstraße, weiterhin zur Jahnstraße, von dort zum Rathaus und zur Stadtmitte. Über die Lange Gasse wird der Wemensiepen/Oberer Wemensiepen angefahren, danach geht es zurück zur Zweiten Straße.

Seit 1996 bietet der Bürger-Bus-Verein den Neuenradern mehr Mobilität. Angefahren werden die Straßen und Bereiche, die vom öffentlichen Nachverkehr nicht angefahren werden. Besonders die älteren Neuenrader wissen das Bürgerbus-Abgebot zu schätzen. Im Laufe der Jahre, so wissen Fahrer und auch Stammkunden zu berichten, hat sich zwischen ihnen ein vertrautes und freundschaftliches Miteinander ergeben.

Bisher stand der kleine Bürgerbus den Neuenradern in drei Schichten am Tag zur Verfügung. Lediglich freitags und montags wurden zwei Schichten im Fahrplan angeboten. Wegen der Corona-Pandemie wurde der Fahrbetrieb auf einstimmigen Beschluss des Vorstands am 16. März bis auf Weiteres eingestellt. Die vorläufige Einstellung des Fahrbetriebs wurde auch darauf zurückgeführt, dass die Busfahrerinnen und Busfahrer ebenso zur Risikogruppe gehören, wie die überwiegend älteren Fahrgäste, die bis zu 90 Prozent der beförderten Personen ausmachen. Mit dem neuen Fahrplanangebot soll ein Neustart erfolgen, der im Sinne der Bürger ist und die ehrenamtlichen Akteure nicht überfordert.

Jürgen Hederich, seit 26 Jahren ehrenamtlich engagierter Geschäftsführer im Neuenrader Bürger-Bus-Verein: „Es ist bedauerlich, dass wir aufgrund der Altersstruktur der Fahrer, aber auch wegen fehlender Fahrer unseren Fahrbetrieb einschränken müssen. Wir sind nach wie vor bemüht, nach besten Kräften unser ehrenamtliches Engagement zum Wohle der Bürger auszuüben. Natürlich würden wir uns freuen, wenn sich aufgrund der jetzigen Situation Frauen und Männer melden und im Bürger-Bus-Verein zum Wohl der Gemeinschaft mithelfen.“ Hederich verwies darauf, dass der Verein dem Regierungspräsidenten melden muss, dass der ursprüngliche Routenplan nicht mehr eingehalten werden kann.

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