Alleinstellungsmerkmal

Neuenrade „voller Energie“: Ladeinfrastruktur mit Vorbildfunktion

Trommeln für die Infrastruktur: Alexander Goeke, Julius Klinke, Dr. Sarah Schniewindt, Alexander Klinke, Matthias Goeke und Matthias Fabian Goeke.
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Trommeln für die Infrastruktur: Alexander Goeke, Julius Klinke, Dr. Sarah Schniewindt, Alexander Klinke, Matthias Goeke und Matthias Fabian Goeke.

Die Elektromobilität wird kommen, die Zahl der E-Fahrzeuge und der Hybridfahrzeuge steigt. Doch die Ladeinfrastruktur hat Schwächen. In Neuenrade tun Unternehmen, Stadtverwaltung und Versorger etwas dagegen – sie stellen ihre Ladesäulen der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Matthias Goeke von IBG hatte das Ganze im Vorfeld initiiert. Am Freitag präsentierte das Unternehmenstrio eine der öffentlichen Ladesäulen bei IBG, um auf den Aufbau der Infrastruktur hinzuweisen.

Sicher sind Alexander und Matthias Fabian Goeke sowie Julius Klinke aus den gleichnamigen Unternehmerfamilien für ihre jeweilige Generation nicht repräsentativ. Umweltbewusstsein, Schonung der Ressourcen spielen eine wichtige Rolle für diese jungen Leute – auch individuelle, umweltfreundliche Mobilität. Julius Klinke: „Es hängt sicher davon ab, wo man lebt. In der Großstadt spielt ein eigenes Fahrzeug nicht diese Rolle, aber auf dem Land hat das eine wichtige Bedeutung.“ In seinem Kreis spiele das Hybrid-Konzept (Verbrennungsmotor und Batterieantrieb kombiniert) bei der Anschaffung von Fahrzeugen eine wichtige Rolle. Auch Unternehmer Alexander Klinke sieht die steigenden Zahlen.

Weitere Vorteile neben der Umweltfreundlichkeit

Und Matthias Goeke, Inhaber von IBG, verweist auf die Vorteile zusätzlich zur Umweltfreundlichkeit: die Subventionen beim Kauf, aber auch beim Betrieb der Fahrzeuge. Als Firmenwagen müsse man nur 0,5 Prozent als Privatnutzung fürs Finanzamt ansetzen, es gebe auch Pauschalen für eigene Wallboxen und Firmenladestationen. Es gibt noch mehr dazu: Reine E-Fahrzeuge sind von der Kfz-Steuer befreit – und eine Batterieladung ist in der Regel günstiger als eine Tankfüllung.

Und da ist auch noch der Fortschritt. Alexander Klinke verweist auf die enormen Technologiesprünge der Branche. Matthias Goeke berichtet von Leistungssprüngen in der Batterietechnik. Dr. Sarah Schniewindt blickt ebenfalls in die Zukunft und erwartet je nach Nutzung unterschiedliche, nebeneinander existierende Konzepte. Wasserstoff für Lastwagen und andere Großfahrzeuge, Batteriebetrieb für individuelle Mobilität.

Unternehmer sehen Wettbewerbsvorteil

Matthias Goeke und seine Söhne sehen in umweltbewusster, ressourcenschonender Unternehmensführung auch einen Wettbewerbsvorteil. Doch ohne einen Ausbau der Ladeinfrastruktur werde das nichts. Dagegen tun die Neuenrader Unternehmer etwas mit ihren Ladesäulen. Sie wollen ein Zeichen setzen: „Wir sind innovativ, nach vorne gewandt, wir stehen zur Elektromobilität.“ Ganz bewusst stellen sie ihre Ladesäulen nicht nur für den eigenen Firmenbedarf, Mitarbeitern und Kunden zur Verfügung, sondern eben auch der Öffentlichkeit.

Die E-Fahrzeug-App.

Die Ladesäulen bei Firma Schniewindt (Öko-Strom), bei IBG und bei der Julius Klinke GmbH & Co.KG sind bereits in ein virtuelles Ladenetz integriert. Ob die Ladesäule frei ist, wird in einer Ladenetzkarte und im Navi angezeigt.

Viel Praxiserfahrung mit der E-Mobilität

Bei IBG hat man mit den E-Fahrzeugen viel Praxiserfahrung. Ein reines E-Fahrzeug und 14 Hybridfahrzeuge gibt es in dem Unternehmen. Für die Fernstrecken wird Hybrid gefahren. Umgebungsfahrten geschehen rein elektrisch.

„Neuenrade – voller Energie“ steht auf den öffentlichen Ladesäulen der Firmeninitiative und dokumentiert damit, dass Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) auch politisch die E-Mobilität ins Visier genommen hat. Auch die Stadt soll hier Vorbildfunktion einnehmen. Es gibt eine städtische Ladesäule am Rathaus; die privaten bei IBG, Schniewindt und Klinke kommen hinzu.

Auch der städtische Fuhrpark wird elektrifiziert

Die Stadt trommelt für „dieses Alleinstellungsmerkmal Neuenrades“. Auch der städtische Fuhrpark soll peu á peu elektrifiziert werden – wo es Sinn ergibt, wie Bauamtsleiter Marcus Henninger erläuterte. Der betonte auch: „Der Wandel findet statt.“ Noch mehr reiten mit auf der Elektromobilitätswelle: Die Volksbank Südwestfalen ist genauso mit dabei wie die Vereinigte Sparkasse – auch sie werden weitere Ladesäulen zur Verfügung stellen.

Auf Begeisterung stößt die Unternehmerinitiative auch bei Enervie. Der Energieversorger ergreife gerne die Chance, sei beim Ausbau der Infrastruktur vorne mit dabei. Man freue sich über das Neuenrader Cluster. Das Modell könne auch ein Erfolgsmodell für andere Städte sein, heißt es dort. Der Versorger betreibt in seinem Netzgebiet 130 öffentliche Ladepunkte.

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