Ein Job in zwei Städten

Neuenrade und Herscheid teilen sich einen Klimaschutzbeauftragten

Gemeinschaftlich mehr fürs Klima tun, wollen künftig Neuenrade und Herscheid. Dafür wird ein Klimaschutzmanager für beide Kommunen gesucht.
+
Gemeinschaftlich mehr fürs Klima tun, wollen künftig Neuenrade und Herscheid. Dafür wird ein Klimaschutzmanager für beide Kommunen gesucht.

Herscheid und Neuenrade suchen gemeinsam einen Klimaschutzbeauftragten – für je 19,5 Stunden. Die beiden Städte teilen sich damit eine Vollzeitstelle im Bereich Klimaschutz.

Dass die beiden Städte trotz der recht unterschiedlichen Einwohnerzahl (Neuenrade gut 12 000 Einwohner, Herscheid rund 7000 Einwohner) zusammenarbeiten, ist damit begründet, dass sich die Kommunen in etwa auf dem gleichen Stand in Sachen Klimaschutz befinden, erklärte Neuenrades Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) auf Anfrage der Redaktion. Eine Kooperation mit der Nachbarstadt Balve sei nicht in Frage gekommen, weil die Balver kein Klimaschutzkonzept hätten.

Klimaschutz kostet Geld. Die Stelle, welche sich die Herscheider und Neuenrader auch finanziell teilen, schlägt mit bis zu Entgeltgruppe 12 des Tarifvertrags des öffentlichen Dienstes zu Buche. Das wird üblicherweise Akademikern gezahlt. Die monatliche Vergütung fängt bei knapp 3700 brutto an und endet bei rund 5900 Euro. Auf das Bruttogehalt müssen noch die Arbeitgeberanteile für die Sozialkassen (plus 20 Prozent) aufgeschlagen werden, plus weitere Ausgaben wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld und etwaige Zulagen.

Kosten werden gefördert

Die Kosten für den Klimaschutzbeauftragten werden allerdings gefördert und belasten den Haushalt der beiden Kommunen nicht im vollen Umfang. Die Förderquote durch Steuermittel liegt laut Bundesumweltministerium bei 80 Prozent, für finanziell arme Kommunen sogar bei 100 Prozent. Wo die beiden Kommunen eingruppiert sind, war nicht zu erfahren. Die Bewerbungsphase läuft und endet am 31. Mai.

Wer auch immer diese Stelle bekommt, dürfte gut zu tun haben. Die neue Klimaschutzmanagerin oder der neue Klimaschutzmanager wird vermutlich in beiden Städten ein Büro haben und dort an bestimmten Tagen präsent sein. Die Aufgabenliste ist lang: Es gilt nicht nur die Klimaschutzaufgaben zu managen, sondern auch Impulse in die Bürgerschaft hinein zu tragen. Es gilt auch die Maßnahmen und angestoßenen Prozesse zu überwachen, die Energie- und Treibhausgasbilanz fortzuschreiben. Klare Sache, dass die Person auch alle Entscheidungsträger zu beraten hat.

Vorbereitung und Planung von Entscheidungen

Sie unterstützt zudem bei der Vorbereitung und Planung von Entscheidungen im Themenfeld Klimaschutz. Darüber hinaus soll die Fachkraft Fördermittel akquirieren, Netzwerkarbeit erledigen und die Öffentlichkeit informieren. Weitere Stichworte sind Mobilität, Energieeffizienz und der Ausbau erneuerbarer Energien.

Im Haushaltsplan der Stadt Neuenrade für 2021 sind im Umweltressort für den Bereich „Klimaschutzkonzept, Maßnahmen für die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes“ für das laufende Jahr schon mal 10 000 Euro eingeplant; für 2022 bereits 40 000 Euro, für 2023 sind gar 50 000 angesetzt. Günstiger wird es 2024, dann liegt der Ansatz für Maßnahmen im Bereich Klimaschutz bei 30 000 Euro. Im Zusammenhang mit der Kostenseite des Klimaschutzes sagte Neuenrades Bauamtsleiter Marcus Henninger: „Klimaschutz gibt es nicht geschenkt.“

Acht Kreiskommunen haben ein Konzept

Insgesamt haben acht Kommunen (darunter Werdohl mit Klimaschutzmanagerin Meike Majewski) unter der Koordination des Kreises ein solches Konzept verabschiedet. Dabei kristallisierte sich die Kooperation zwischen Herscheid und Neuenrade heraus. Auch die zuständige Herscheider Fachbereichsleiterin Bärbel Sauerland begründete die Kooperation beider Kommunen mit einem ähnlichen Stand des Verfahrens und nicht zu großen Unterschieden bei der Einwohnerzahl. Sabine Plate-Ernst, Kämmerin, Personalchefin und Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters in Herscheid, sagte zudem, dass durch die Synergieeffekte bei der Stelle beide Kommunen profitieren würden. Angesichts der Größe von Neuenrade und Herscheid sei eine Stelle im Bereich Klimaschutz, die man sich teile, nicht überdimensioniert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare