Neuenrade-Umfrage: So sehen die Bürger ihre Stadt

+
Der Stadtpark soll nach Wunsch einiger Bürger eine größere Rolle spielen. Es gibt eine Reihe von Vorschlägen: Karibische Klänge, Africadrums, Poetry-Slam, Kindermaltag, Picknick für Familien/Freunde oder Trödelmarkt wurden bei der Umfrage genannt.

Neuenrade - Es ist im Grunde eine gute Nachricht, die von der Stadtmarketing-Umfrage ausgeht: Der Großteil der fast 500 Teilnehmer ist recht zufrieden mit Neuenrade.

Schön gelegen, viel Natur, kurze Wege in der Stadt, der persönliche Grundbedarf kann gedeckt werden. Das kostenlose Parken gefällt und das respektvolle Miteinander in der Stadt – all das sind Anzeichen dafür, dass Neuenrade offenbar als lebenswert angesehen wird. Allerdings gibt es Dinge, welche viele Neuenrader vermissen oder für verbesserungswürdig halten. Dass in Neuenrade ein Aldi-Markt fehlt, stößt manchem Neuenrader offenbar sehr sauer auf. 

Am Montag präsentierten Sandra Horny – diesmal in ihrer Eigenschaft als Stadtmarketing-Geschäftsführerin – und Bürgermeister Antonius Wiesemann als Vorsitzender des Vereins die Ergebnisse der Umfrage mit Erläuterungen und Diagrammen. Die Umfrage wurde während des Gertrüdchens, auf der Homepage der Stadt und in den sozialen Netzwerken verbreitet. Die Fragen konnten online und auf Papier ausgefüllt werden. Es gab zudem Rubriken, bei denen die Befragten selbst Dinge aufschreiben konnten. Das wurde fleißig genutzt. Es gab zwar einige Quatsch-Antworten („Ich will Kekse“), aber der Großteil der Fragen wurde seriös beantwortet. Manches wurde in der Auswertung weggelassen, wenn aus Sicht des Stadtmarketingvereins unrealistische (Bauvorhaben) Wünsche geäußert wurden. 

Eine wichtige Grundlage

Wiesemann und Horny betonten unisono, dass die Umfrage eine wichtige Grundlage bilde: „Wie sehen unsere Bürger die Stadt, wo wollen wir hin?“ Eine Erkenntnis sei, so betonte es auch Wiesemann, dass die Bürger sich wünschten, die Wirtschaft bei der Entwicklung der Stadt noch intensiver ins Boot zu holen. Das wird der Stadtmarketingverein in Angriff nehmen, genauso wie kritisch geäußerte Punkte zum Thema Sauberkeit in der Stadt – eine Forderung war, mehr Mülleimer aufzustellen und häufiger zu leeren. Auch vor dem Hintergrund der Europawahl und Schüleraktionen wie Fridays for Future soll bei den künftigen Aktivitäten des Stadtmarketingvereins der Umweltgedanke eine starke Rolle spielen, ließen Horny und Wiesemann durchblicken. 

Bürgermeister Antonius Wiesemann und Sandra Horny präsentierten die Ergebnisse der Umfrage.

Manche Umfrage-Ergebnisse waren für Horny und Wiesemann überraschend. So vermisst ein Viertel der Befragten weitere Gastronomie – dabei hat nicht nur Horny das Empfinden, dass Neuenrade im Vergleich zu den Nachbarstädten viel besser aufgestellt sei. Die Vermutung: Mehr Bistro-Gastronomie ist möglicherweise gewünscht. 43 Prozent der Befragten vermissen Freizeitangebote vor allem für Jugendliche. „Bei den freien Antworten wurde dabei immer wieder die Belebung des alten Kinos genannt“, sagte Horny. Das befindet sich aber in Privatbesitz. 

Schwächen im Bereich Kleidung/Schuhe

Ein wichtiger Fragenkomplex betraf auch den Einzelhandel: Demnach werden Lebensmittel und Blumen bevorzugt in Neuenrade gekauft. Ganz schwach vertreten ist Neuenrade beim Thema Kleidung/Schuhe. Wer das benötigt, fährt in umliegende Städte oder kauft im Internet. Hier wünschen sich die Neuenrader ein verbessertes Angebot. Ein Viertel der Befragten will den zusätzlichen Discounter. Mehr Schmuck und Deko-Artikel wünschen sich die Neuenrader ebenfalls. Der Leidensdruck ist unterm Strich aber nicht so groß: 70 Prozent der Befragten bewerten den Einzelhandel mit „zufriedenstellen bis sehr gut“. 

Sehr dankbar war Sandra Horny für die vielen Anregungen zum Beispiel für die Nutzung des Stadtparks: Karibische Klänge, Africadrums, Poetry-Slam, Kindermaltag, Picknick für Familien und Freunde, oder Trödelmarkt wurden gewünscht. Und bei Freizeitangeboten wurden Jugendcafé und Open-Air-Kino, das Bahnhofsfest und eben die Nutzung des ehemaligen Kinos vorgeschlagen. Und ein Radweg nach Affeln, Altenaffeln und Blintrop. 

Überschneidungen mit anderen Vorhaben

Horny wies auf eines hin: Es gibt Überschneidungen mit anderen Vorhaben. Manches könne im Rahmen von Leader (es gibt ein Open-Air-Kino-Projekt) mitrealisiert werden, oder sei im Zusammenhang mit der Städtebauförderung des Landes (Radwegenetz-Ausbau) schon angestoßen worden. Einiges könne schon leicht realisiert werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare