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Teil von Semberg wird Spielstraße - das ist der Grund

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Dieser Teil der Straße Am Semberg soll zur Spielstraße werden.

Neuenrade – Ein Teil der Straße Am Semberg wird zur Spielstraße, um die Kinder zu schützen. Das hat Folgen fürs Parken.

Während Kommunalpolitiker und Anwohner auf der Straße standen und darüber diskutierten, wie das Straßenstück Am Semberg für Kinder sicherer werden soll, fuhren im Minutentakt immer wieder Autos vorbei und schoben sich knapp an der kleinen Gruppe vorbei. Einer fuhr gleich zweimal vorbei, sein Beifahrer reagierte aggressiv auf die Fußgänger. 

Offensichtlich wurde auch, dass einige, wohl um den Feierabendverkehr in der Innenstadt zu meiden, die Strecke als Umfahrung nutzten. Gleichwohl: Es wird keine Bürgersteige auf dem letzten Straßenstück Am Semberg geben, sondern eine verkehrsberuhigte Zone. Damit werden den wenigen Anwohnern erhebliche Kosten erspart. 

Ein Ausbau der Straße hätte nach einer groben Schätzung der Verwaltung rund 280 000 Euro gekostet. Das wäre je nach Grundstücksgröße teuer geworden für die Anlieger. Die FWG hatte den Antrag gestellt, das Stück auszubauen, um den Weg für Kinder sicherer zu machen. Dort sind zwei Kitas ansässig. Der Fußweg sei für Kinder nicht sicher, argumentierte die FWG. 

Mit Missverständnis aufgeräumt

Die Verantwortlichen waren dann aber angesichts der Ausbaukosten erschrocken. Letztlich war die teure Variante verworfen worden. Es gab den Beschluss, nach einer kostengünstigen Alternative zu suchen. Die Stadtverwaltung setzte sich mit Fachleuten von Polizei und Märkischen Kreis zusammen: Als machbare Lösung hatte sich eine Spielstraße erwiesen. 

Beim Ortstermin erläuterte Bauamtsleiter Marcus Henninger dann den Anwohnern vor Ort noch einmal die Rahmenbedingungen – und konnte auch mit einem Missverständnis aufräumen. Es gibt zwar einen Jahrzehnte alten Ratsbeschluss, gemäß welchem die Stadt die Ausbaukosten tragen soll. Damit sei aber die Erschließung gemeint gewesen – nicht der Erstausbau, erläuterte Henninger. 

Spielstraße bringt Bedingungen mit sich

Mit einer Spielstraße gehen einige Bedingungen einher: In einer sogenannten verkehrsberuhigten Zone muss Schritttempo gefahren werden. Geparkt werden darf ausschließlich auf eingezeichneten Parkflächen. Henninger sagte gleich: „Ich bezweifle, dass sich viele an das Schritttempo halten werden.“ 

Was den Parkraum angehe, könnte es knapp werden. Zumal sehr viele Zufahrten frei bleiben müssen. Zudem seien die eingezeichneten Flächen öffentlicher Parkraum und nicht auf Anwohner beschränkt. Und möglicherweise müsse all das wieder revidiert werden, wenn sich der Verkehr durch die Einrichtung einer Spielstraße in die Nachbarstraße verlagere, merkte Henninger an. 

Parkflächen auf Probe

Probehalber wird die Stadtverwaltung demnächst Parkflächen kennzeichnen, bei Änderungswünschen können sich Anwohner bei der Verwaltung melden. Die anwesenden Anwohner waren zufrieden mit dieser Lösung. 

Während der Fortsetzung der Sitzung im Rathaus freute sich insbesondere Detlef Stägert (FWG) darüber, dass gemeinsam mit den Anwohner eine Lösung erarbeitet wurde. Er blickte zurück und betonte, dass auch die FWG seinerzeit „von den Summen erschlagen“ worden sei. Ihnen sei es um „die Sicherheit der Kinder“ gegangen. „Mit der Weisheit von heute“ hätte man den Antrag nicht gestellt. Einstimmig verabschiedeten die Mitglieder des Bau-, Planungs- und Stadtentwicklungsausschusses die Empfehlung, eine Spielstraße einzurichten.

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