Rechtsstreit um Kyrill-Aufforstung beendet

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Neuenrade - Der Rechtsstreit zwischen einem Waldpflegeunternehmer aus Süddeutschland und der Forstbetriebsgemeinschaft Neuenrade-Altena ist zu Ende: Richterin Paul wies die Klage des Waldpflegers wegen der inzwischen eingetretenen Verjährung seiner Forderungen zurück.

Der Streit nahm 2008 seinen Anfang. Weil der Sturm Kyrill die Wälder um Neuenrade verwüstet hatte, beauftragte die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) das Unternehmen mit der Wiederaufforstung von 80 Hektar. Das vereinbarte Gesamtpaket umfasste die Vorbereitung der Flächen, die Bepflanzung mit Bäumen und Garantien für deren Anwachsen. 

Danach gab es Streit: Um die Anzahl gepflanzter Bäume, um die Größe der aufgeforsteten Waldgebiete, um das Absterben neu gepflanzter Bäume, um Verbissschäden und Schädlingsbefall. Der Waldpfleger hielt mit angeblichen Versäumnissen der FBG dagegen und verklagte diese 2009 auf einen Betrag von 80 000 Euro. 

Insolvenz des klagenden Unternehmers

Der Rechtsstreit wurde kurz darauf durch die Insolvenz des klagenden Unternehmers unterbrochen. Die dreijährige Verjährungsfrist war damit zunächst aufgehoben. Die Uhr lief diesbezüglich nicht weiter. Nach dem Ende des Insolvenzverfahrens im Februar 2013 begann diese jedoch wieder zu laufen, und es verblieben noch fast drei Jahre, in denen der Kläger seine Forderungen hätte stellen können. 

Er habe erst später über die Mittel für eine solche gerichtliche Auseinandersetzung verfügt, begründete der Kläger sein Zögern. Sein Anwalt nannte in mündlicher Verhandlung noch ein weiteres Argument, warum die Klage nicht verjährt sei: Die Verjährungsuhr hätte nicht unmittelbar nach dem Ende des Insolvenzverfahrens weiter laufen dürfen, sondern erst an jenem Tag, als die zuständige Kammer des Landgerichts Kenntnis vom Ende des Insolvenzverfahrens erhielt. Das geschah im Sommer 2017. 

Eine klare juristische Antwort 

Richterin Paul klärte nun diese Frage und fand offenbar eine klare juristische Antwort: Die Verjährungsfrist für die Ansprüche des Klägers muss demnach im Jahr 2015 abgelaufen sein. Wann das Landgericht vom Ende des Insolvenzverfahrens erfuhr, spielt demnach keine große Rolle. 

In der letzten mündlichen Verhandlung im Landgericht war keine gütliche Einigung in Sicht. Die FBG sah keine begründeten Ansprüche des Klägers. Und auch die Richterin äußerte große Zweifel, ob eine mögliche Schadensersatzsumme die Kosten für ein weiteres Gutachten rechtfertigen würde. Eine weitere Klärung bleibt allen Beteiligten nun erspart, was der Kläger bedauern mag. Vor Gericht hatte er seine fortgesetzte Entschlossenheit bekundet, um Geld und seine Ehre zu streiten.

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