Kohlberg: Einschätzung des Kreises "ein Schlag ins Gesicht der Bürger"

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Neuenrade - „Das ist ein Schlag ins Gesicht für die Bürger aus Neuenrade und Altena!“ So kommentiert Jan Schäfer, stellvertretender Vorsitzender der FDP Neuenrade, in einem schriftlichen Statement die Einschätzung des Märkischen Kreises, die Landschaftsschutzgebiete am Kohlberg seien „nicht besonders schützenswert“.

Dies erklärte der Märkische Kreis in einer Bekanntmachung für das Verwaltungsgerichtsverfahren, in dem es am Montag in Arnsberg um die Rechtmäßigkeit der Genehmigung der Windräder auf dem Kohlberg ging. Weil das Gericht beim Kreis Verfahrensfehler sieht, wurde der Prozess zunächst ausgesetzt. Der Kreis hat jetzt die Möglichkeit nachzubessern. 

Der Kohlberg präge das Landschaftsbild der Stadt Neuenrade erheblich, erklärt Schäfer. Die Region werde täglich von Neuenradern und vielen Auswärtigen als Naherholungsgebiet genutzt. „Warum der Märkische Kreis hier sein eigenes Gebiet schlecht redet und als nicht besonders schützenswert erachtet, ist daher nicht nachvollziehbar“, so der stellvertretende Vorsitzende der FDP Neuenrade. 

Renaturierung der Gelmecke

Dass der Kohlberg wichtige Ökosysteme umfasse, sieht man laut Schäfer unter anderem an der Gelmecke, die am Kohlberg fließt. Der Umweltausschuss hatte in seiner jüngsten Sitzung einer Renaturierung dieses Bachlaufs zugestimmt. „Das wird von der FDP Neuenrade sehr begrüßt und zeigt, dass der Kohlberg sehr wohl schützenswert ist“, heißt es in der Mitteilung. 

Schäfer verweist zudem auf die Landes-FDP, die als Teil der Regierung in Düsseldorf die Lebensqualität der Menschen steigern wolle, indem die geforderten Abstände von Windkraftanlagen zur Wohnbebauung auf 1500 Meter vergrößert werden sollen. „Unter diesen Bedingungen könnte keine neue Genehmigung mehr für Windräder auf dem Kohlberg erteilt werden“, sagt Schäfer, der deshalb fordert: „Aus Sicht der Neuenrader FDP müssten sich der Kreis und die Stadt Neuenrade für das Gebiet und somit für die Bürger stark machen.“

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