LSV-Veranstaltung ist Mekka für Drachenfreunde

Marcel und Simon hatten beim Drachenfest in Küntrop richtig Spaß. Sie ließen ihre Fallschirmspringer von einem Eigenbau-Drachen in die Luft bringen und versuchten sie anschließend zu fangen.

KÜNTROP ▪ „Ich will Drachen steigen lassen. Das ist das Tollste auf der Welt“, sagte eine erwachsene Frau, während sie zielstrebig Richtung Flugplatzwiese marschierte. Die Freude an den bunten Papier- und Stoffdrachen ist wahrscheinlich so alt wie der Traum vom Fliegen, den schon Ikarus auslebte.

Von Markus Jentzsch

Heute zählen Drachen zu den Sportgeräten. Das war nicht immer so, wie man am Rande des Drachenfestes des Luftsportvereins Sauerland am Wochenende erfahren konnte. Sie wurden für militärische Zwecke ebenso benutzt wie für die Wetterkunde.

Es waren keineswegs nur Eltern und Kinder da, um dem uralten Hobby zu frönen. Enthusiasten, die stundenlang Geschichten und Historisches zu berichten wissen, hatten ebenfalls ihre Zelte in Neuenrade-Küntrop aufgeschlagen. Die Bedingungen hätten kaum besser sein können. Am Samstag trocken und windig, am Sonntag dann noch deutlich sonniger.

Mehr Bilder vom Drachenfest 

Drachenfest macht Himmel bunt

Die kräftige Brise, die am Samstag über das Flugplatzgelände wehte, schätzten nicht nur die Besitzer der großformatigen Drachen, den Freunden historischer Fluggeräte kam der stärkere Wind ebenfalls zu Gute. Ihre „Schätzchen“ sind nämlich nicht mit ultraleichten Kunststoffen bespannt, die sich über ein Kohlefaser- oder Grafit-Skelett ziehen.

„Authentische Stoffe für historische Drachen sind schwer zu bekommen. Dieser hier ist mit einem Stoff aus Indien bezogen“, erklärte Detlef Griese, der eigens aus Meerbusch anreiste, um die wunderbare Atmosphäre und die guten Flugbedingungen in Küntrop zu genießen. „Hierbei handelt es sich um einen Nachbau eines alten Steiff-Drachen. Steiff, die für ihre Stofftiere bekannt sind, haben früher auch Drachen produziert, so wie diesen Adler-Drachen“, informiert der ambitionierte Drachenflieger. Zusammen mit vier weiteren Drachen-Fans hat er das letzte Original des „Adlers“, Baujahr 1967 oder ‘68, ersteigert und ihn dann im Rahmen eines Drachenbau-Workshops als Vorlage benutzt. Am Küntroper Himmel ließ Jörg Döpp aus Moers einen detailgetreuen Nachbau des Modells fliegen – ein schöner Anblick. Das Drachenfest lockt neben vielen Menschen aus der Region auch Gäste aus der Ferne an. Aus Hamburg, dem Schwarzwald und Mannheim kamen Drachen-Liebhaber.

Marcel aus Arnsberg (13 Jahre alt) und Simon aus Soest (11) hatten ihre helle Freude an zwei besonderen Spielgeräten. Sie fingen kleine Fallschirmspringer. Die wurden zuvor an einem Drachen befestigt, der an einer Leitschnur, die ein anderer Drache spannte, emporstieg. Wenn er den Auslöser erreichte, lösten sich die Fallschirmspringer, ein Affe und ein Elch, und die Hatz über die Wiese konnte losgehen. Schließlich sollten sie nicht den Boden berühren. Keine einfache Aufgabe, bei teils böigen Bedingungen.

Das neue, aufs Wesentliche reduzierte Konzept des Drachenfestes geht auf, bietet seinem breiten Publikum eine ideale Plattform, ein uraltes Hobby mit Gleichgesinnten auszuüben. Logisch, dass überall freudige Mienen die Szenerie prägten. „So muss ein Drachenfest sein“, bilanzierten auch die Gäste aus Meerbusch und Moers.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare