Mobilitätsproblem soll gelöst werden

Mit dem E-Scooter zur Lehrwerkstatt

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Er möchte am Pilotprojekt teilnehmen: Jonas Timmermann aus Eisborn absolviert eine Ausbildung in der Schniewindt GmbH & Co. KG in Neuenrade, deren Geschäftsführerin und Inhaberin Dr. Sarah Schniewindt ist.

Neuenrade – Wie kann es gelingen, Auszubildende für die Unternehmen im Kreis zu gewinnen? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Märkische Arbeitgeberverband (MAV) schon seit geraumer Zeit.

Jetzt haben die Verantwortlichen einen Teil-Lösungsansatz entwickelt: Unter dem Motto „MAV macht mobil“ möchte der Verband Jugendlichen im ländlichen Raum dabei helfen, den Ausbildungsplatz, die Berufsschule und die Lehrwerkstatt besser erreichen zu können. 

Zur Präsentation des Pilotprojektes in der Modellregion Balve/Neuenrade hatte der MAV nach Neuenrade eingeladen. Dr. Sarah Schniewindt, Geschäftsführerin und Inhaberin der Schniewindt GmbH & Co. KG sowie Vorsitzende des Ortsverbandes Neuenrade im Arbeitgeberverband, stellte den Anwesenden Jonas Timmermann vor, der seine Ausbildung bei dem Spezialisten für industrielle Beheizungstechnik am Schöntaler Weg absolviert. 

Eineinhalb Stunden von Eisborn bis Neuenrade

Der gerade 16-Jährige wohnt in Eisborn und erzählte, dass er von Familienangehörigen zum Ausbildungsplatz gefahren werde. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln, so berichtete Jonas Timmermann, sei er morgens circa 90 Minuten unterwegs, um nach Neuenrade zu gelangen. Eine derart lange Anreisezeit, so unterstriech Dr. Schniewindt, sei kaum zumutbar. 

„Das Mobilitäts-Problem hat hier im ländlichen Raum einen größeren Umfang. Deshalb haben wir die Stadtwerke Menden/Balve und die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG) als Projektpartner mit ins Boot geholt“, stellte Özgür Gökce fest. Der MAV-Geschäftsführer sprach von vier Bausteinen, die zu einer Verbesserung der Situation beitragen sollen. Eine dieser Komponenten ist ein Shuttle-Bus der jeweils mittwochs und donnerstags morgens auf der Strecke Neuenrade – Balve – Iserlohn unterwegs sein soll. Unter anderem soll der MAV-Shuttle-Bus den Jugendlichen dabei helfen, die Berufskollegs im Märkischen Kreis schneller und pünktlich zu erreichen. Jonas Timmermann möchte das Angebot regelmäßig nutzen, um zum Ausbildungsplatz zu gelangen: „Dann bin ich jeweils in einer halben Stunde in Neuenrade“, erklärt der junge Eisborner. 

Einsatz von E-Bikes und E-Scootern

Zweiter Baustein des Mobilitäts-Konzeptes ist der Einsatz von E-Bikes, die in Neuenrade und Balve zur Verfügung stehen sollen, damit die Jugendlichen jeweils innerhalb einer Stadt schneller ans Ziel gelangen können. 

Um die Attraktivität des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zu steigern, stellt der MAV den Nachwuchskräften außerdem E-Scooter zur Verfügung. Die Idee: Wer mit Bus oder Bahn anreist, zwischendurch umsteigen und dabei längere Wartezeiten in Kauf nehmen müsste, kann alternativ mit dem E-Scooter zum Ziel gelangen. 

Finanzielle Anreize zur Nutzung der MGV-Busse

Stichwort ÖPNV: Die vierte Komponente des Pilotprojekts sind finanzielle Anreize zur Nutzung der MVG-Busse. Neben dem Azubi-Ticket, das zum Preis von 62 Euro monatlich zu haben sei, soll es jetzt ein spezielles Job-Ticket geben, das zurzeit ausschließlich exklusiv an MAV-Mitarbeiter verkauft werde. Davon sollen aber nicht nur Azubis, sondern alle Arbeitnehmer eines Unternehmens profitieren, hieß es. Das sei möglich, sobald es in einem Betrieb fünf Abnehmer für das Job-Ticket gebe. Pro Person und Monat würden 59 Euro innerhalb des Märkischen Kreises fällig, Fahrten in angrenzenden Kreisen könnten zum Preis von jeweils zehn Euro monatlich pro Kreisgebiet dazu gebucht werden. 

Das Pilotprojekt ist zunächst bis zum Ende dieses Jahres angelegt. Bis dahin wolle der Arbeitgeberverband vor allem die Akzeptanz der einzelnen Bausteine beobachten. „Dann werden wir Bilanz ziehen“, erklärte Gökce. Auch solle bis zu diesem Zeitpunkt geprüft werden, ob das Projekt durch Inanspruchnahme von Fördermitteln fortgesetzt werden könne.

Mitglieder des Märkischen Arbeitgeberverbandes, die sich für die Teilnahme am Projekt interessieren und einen oder auch mehrere der angebotenen Bausteine nutzen möchten, sollten sich beim Verband in Iserlohn unter Tel. 0 2371/829171 melden.

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