Brückenbauer in der Freizeit

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Die „Hobbybrückenbauer“ Stefan Schmidt (links) und Alexander Dickel schafften in ihrer Freizeit Planung und Aufbau der Brücke in einem Jahr. Als Holz wurde sauerländische Eiche gespendet.

Neuenrade - Wanderer und Naturfreunde können wieder unbeschwerter Mutter Natur genießen. Die neue Fußgängerbrücke, die über die Bachfurte der Borke führt und oberhalb des Wanderparkplatzes Borke erreichbar ist, ist fertiggestellt.

Zu verdanken ist dies überwiegend Alexander Dickel und Stefan Schmidt. Beide sind überzeugte Mitglieder im Arbeitskreis Walderlebnispfad Neuenrade. Wenn es um diesen Pfad und damit um Naturschutz geht, ist ihnen keine Arbeit zu viel. 

Am Wochenende krempelten Alexander Dickel und Stefan Schmidt nochmals die Ärmel hoch. Mit kleinem Schotter wurde ein leichter Anstieg zum Brückenaufgang geschaffen. Hobbywanderer können jetzt den Aufgang ebenso mühelos schaffen wie Mütter mit ihrem Kinderwagen. 

Planungen begannen vor zwei Jahren 

Vor zwei Jahren befassten sich die beiden „Brückenbauer“ erstmals mit dem Bau einer neuen Brücke, die über den kleinen Bach Borke führt und zu mehreren Wander- und Rundwegen gehört. An der in die Jahre gekommenen und aus Fichte erbauten Brücke nagte damals der Zahn der Zeit. Sie war morsch und marode geworden, die Stabilität war nicht mehr gegeben und möglicherweise hätte der ein oder andere Brückennutzer unliebsame Bekanntschaft mit der darunter fließenden Borke gemacht. 

Die Brücke kann nicht nur von Fußgängern, sondern auch von Radfahrern genutzt werden.

Alexander Dickel und Stefan Schmidt waren sich Ende 2016 einig, dass „da etwas Neues“ gemacht werden musste. Ihre planerischen Gedanken fanden ein positives Echo, die Stadt spendete spontan Eichenholz für den Brückenneubau. Die beiden Naturliebhaber erinnern sich: „Das Holz für die neue Brücke blieb leider nicht lange liegen – es wurde gestohlen“. 

Stefan Schmidt, gelernter Zimmermann, konnte dank guter Kontakte eine neue Möglichkeit schaffen. Sein ehemaliger Arbeitgeber, die Zimmerei Ross, konnte durch Firmenchef Eckhard Ross vermittelnd mitwirken. Er schaffte es, das Unternehmen Holz Bulter aus Iserlohn einzubinden. Die Firma spendete rund vier Tonnen Holz – und zwar echte sauerländische Eiche. Dem Brückenneubau stand nichts mehr im Wege. 

Eine freitragende Konstruktion 

Es ist eine freitragende Brücke entstanden, die Kraftübertragung erfolgt von innen nach außen. Für die Statik stellte sich das Architekturbüro Schnabel in den Dienst der Sache. Die Konstruktion hat sich verändert, mit 1,50 Meter ist der Durchgang breiter geworden, die Länge ist auf 7,50 Meter angewachsen. Mit Hilfe von Sponsoren war weitgehend alles möglich: Firma Menshen stellte zum Abtransport der alten Brückenteile einen Container zur Verfügung, die Schrauben zum Zusammenhalt der Brücke spendete das Neuenrader Unternehmen Hilleke, Baumschulen Wiesemann half mit „schwerem Gerät“, Zimmerei Ross sorgte für den Zuschnitt des Brückenholzes. 

Ein Jahr haben Alexander Dickel und Stefan Schmidt für den Aufbau der Brücke gebraucht. In ihrer Freizeit haben sie an der neuen Brücke geschraubt und gezimmert, „weil etwas Uriges entstehen sollte!“. Das ist ihnen ohne jeden Zweifel gelungen. Bürgermeister Antonius Wiesemann würdigte mehrfach die Aktion als „beispielhaft für die Gemeinschaft.“ Und über erste lobende Worte von Wanderern und Radfahrern konnten sie sich auch schon freuen....

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