Neue Flüchtlinge für Neuenrade

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Im Neuenrader Rathaus werden die Flüchtlinge empfangen.

Neuenrade - Wenn die neuen Flüchtlinge ankommen, gibt es zunächst von Kurt Maurer eine „Erstlingssausstattung“: Handtücher, Töpfe, Bettwäsche und Geschirr. Einen Barscheck gibt es auch, damit sich die Neuankömmlinge erst einmal versorgen können.

Dann wird den Flüchtlingen die Unterkunft in Neuenrade zugewiesen. Außendienstmitarbeiterin Lea Groll-Maul zeigt dann noch, worauf man in Neuenrade zu achten hat und wo etwas ist. Das allein reicht nicht, um die Menschen hier ordentlich unterzubringen. Maurer und Co. müssen schon genauer hinschauen, wer kommt – und im Vorfeld entsprechend handeln.

 Hauptsächlich Syrer sind es aktuell, aber insgesamt ist die Zahl der Nationalitäten zahlreicher: So kommen die Menschen nicht nur aus Syrien, sondern auch aus Marokko, Ghana, Eritrea, Somalia, Nigeria und aus Aserbaidschan. Alleinreisende Männer, aber auch alleinreisende Frauen und natürlich Familien sind geflüchtet. Je nach Familienstand verteilt Maurer die Menschen.

Kurt Maurer

Dass allein reisende Frauen im Junggesellenheim am Brunnenbach untergebracht werden, passiere in der Regel nicht. Nur im Notfall sei das vorgekommen und dann sei es auch nur für den Übergang gewesen. Alleinreisende Frauen wohnen laut Maurer in der Regel im ehemaligen Gasthof Schweitzer in Küntrop, Familien logieren im Mehrfamilienhaus an der Eichendorffstraße. Auch schaue man bei der Religion und der Nationalität genauer hin – und bringe möglichst Moslems und Christen nicht unter einem Dach unter. Allerdings sei auch das schon passiert, habe aber dennoch wunderbar funktioniert, sagte Maurer. Aber man habe auch noch keine wirklich extrem Religiösen dabei gehabt. 50 neue Flüchtlinge sollten im Mai kommen, ein Großteil ist schon da, elf Flüchtlinge fehlen noch. Sie kommen aus Übergangsheimen in Hamm, Bocholt oder Möhnesee, erläutert Maurer. Der aktuelle Stand betrage derzeit 110 Flüchtlinge.

In sprachlicher Hinsicht sei der Umgang mit den Flüchtlingen schwierig: Kurt Maurer selbst spricht nur deutsch und versteht englisch. Die Übersetzungsapps auf den Handys der Flüchtlinge taugen seiner Ansicht nach nichts. Zumindest verstehe man angesichts der deutschen Übersetzung nicht, was die Menschen eigentlich wollten. Und so werde eben auf die ehrenamtliche Dolmetscherin zurückgegriffen, die Arabisch spreche, ein Kollege spreche Türkisch, eine andere Französisch – so funktioniere die Verständigung am Ende doch.

Mehr Flüchtlinge werden noch in Neuenrade erwartet, das sagte jedenfalls Bürgermeister Antonius Wiesemann unlängst am Rande eines Pressetermins. Daher werde man auch die Vorratshaltung bei den Unterkünften zunächst weiter beibehalten. So hatten die Verantwortlichen der Stadt im Küntroper Industriegebiet den Bürotrakt eines leer stehenden Objektes angemietet und umbauen lassen. Der zu Wohnunterkünften umgebaute Trakt steht nun seit einem guten Jahr ungenutzt leer.

 Auswirkungen durch den Zuzug neuer Flüchtlinge wird es auf die Kindergärten und Schulen im Stadtgebiet geben. Dort müssten auch die Kindergartenkinder der Flüchtlingsfamilien unterkommen. „Das wird Thema werden“, sagte Wiesemann.

Von Peter von der Beck

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