Das System sauber analysieren

Um das Müllentsorgungssystem in Neuenrade gibt es derzeit Ärger.

NEUENRADE ▪ Da musste sich die SPD einiges anhören. Der Bürgermeister war arg verärgert über die Veröffentlichungen der SPD und ihm passte gar nicht, dass das Neuenrader Müllentsorgungssystem als überholt abqualifiziert wurde.

Auch Dietrich Maurer von den Bündisgrünen war erzürnt. Das Wiegesystem sei die gerechteste Methode. Und wer sage, dass das System überholt sei, der mache einfach „eine dumme Behauptung“. Höchst emotional verlief die Debatte, welche die örtlichen Sozialdemokraten angestoßen hatten. Die Genossen hatten sich Zahlen vom Märkischen Kreis besorgt und demnach seien die Entsorgungskosten pro Kilogramm Müll in Neuenrade zu hoch.

Thomas Wette von der SPD brachte in der Ratssitzung die Angelegenheit noch einmal aufs Tapet. Das sei eben alles zu teuer in Neuenrade und auch der Service sei nicht so toll. Da müsse etwas geschehen, zumal die Stadt für 2016 neu über die Entsorgungsmethode entscheiden können. Er bitte die Verwaltung doch einmal eine übersichtliche Tabelle zu erstellen. Und überhaupt, müsse die Stadt die Entsorgung europaweit ausschreiben und kaum ein Entsorger nutze ein Wiegesystem.

Die Verwaltung, angeführt von Sasse widersprach da vehement. Es gebe genug Entsorger, die per Wiegesystem den Müll abfahren könnten, die Technologie sei vorhanden und werde erfolgreich eingesetzt. Sasse verwies zudem noch auf die Tatsache, dass bei den Berechnungen des Kreises wohl die Biomüllentsorgung (Neuenrade ist die einzige Stadt im Kreis, die das macht) fehle und der Abfuhrrhythmus nicht bedacht sei. Und: Die Vergleichszahlen würden bestimmt ganz anders aussehen, wenn 2016 auch die anderen Städte Biomüll entsorgen müssten.

Zudem ärgerte sich Sasse über die Vorgehensweise der SPD. Fachleute habe man genug vor Ort, die könne man doch fragen. Zudem macht er der SPD den Vorwurf, voreingenommen an die Sache heranzugehen. Letzlich einigte man sich auf Vorschlag Sasses darauf, die Entsorgungssituation in Neuenrade „sauber zu analysieren, ergebnisoffen zu diskutieren“ und dann erst zu entscheiden.

Von Peter von der Beck

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