Missale Romanum gefunden

Ein Messbuch von 1858

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Mit dem Missale Romanum (römisches Messbuch) geht Dr. Rolf Dieter Kohl besonders vorsichtig um.

Neuenrade - Dr. Rolf Dieter Kohl hat schon viele Ausstellungen im Rathaus organisiert. Für Januar ist die nächste geplant und dafür hat er ein ganz besonderes Stück ausgegraben.

Der ehrenamtliche Stadtarchivar Neuenrades hat mit Sicherheit schon viele alte Schätze gesehen und in den Händen gehalten. Mit einem Werk geht er aber ganz besonders behutsam um. Für seine nächste Ausstellung hat er das vermutlich älteste Missale Romanum der Katholischen Kirchengemeinde Neuenrade gefunden.

Im Jahr 1858 wurde das Exemplar im belgischen Mechelen herausgegeben. Der Einband ist aus Leder, an der Seite ist er sichtbar abgegriffen und ein wenig zerfetzt. „Das war natürlich immer in Gebrauch während der Messe und hat deutliche Gebrauchsspuren“, erklärt Kohl.

Vorsichtig klappt er den schweren Titel auf. „Missale Romanum“ steht in klaren Buchstaben auf der ersten Seite. Dahinter folgt ein Bild des damaligen Papstes Pius IX, dessen Pontifikat von 1846 bis 1878 das längste nachweisbare war. Die Illustrationen wurden – wie Dr. Rolf Dieter Kohl herausfinden konnte – von dem Maler H. Hendricks vorgezeichnet und von William Brown in Kupfer gestochen. Im gesamten Buch sind nur wenige Bilder zu finden. „Daran sieht man auch mal, wie teuer die Produktion eines solchen Buches war“, sagt Kohl.

In dem „Büchlein“, wie der Archivar sagt, markieren dicke Lederbänder noch immer bestimmte Seiten. Auch ihnen ist anzusehen, dass sie häufig benutzt wurden.

Geschrieben ist das römische Messbuch auf Latein. „Das stammt natürlich aus einer Zeit, in der die Messe noch auf Latein gehalten wurde. Das haben nicht alle verstanden“, erzählt Kohl. Er selbst sei katholisch getauft worden und habe als Junge noch Schwierigkeiten gehabt, die Messe zu verstehen. „Die Zeiten haben sich aber Gott sei Dank geändert.“

Vorsichtig klappt Kohl das schwere Buch wieder zu. Metall-Beschläge können es von außen verschließen.

Für die Ausstellung, die Mitte bis Ende Januar im Rathaus der Stadt Neuenrade zu sehen sein wird, sichtet Dr. Rolf Dieter Kohl noch einiges an Material. „Urkunden, Rechnungsbücher und zum Beispiel der Haushalt der Stadt über die Jahre werden zu sehen sein“, verrät er.

Auch Fotos von historischen Gebäuden und Gruppenaufnahmen sowie Porträts historischer Persönlichkeiten hat der Archivar herausgesucht.

Wer sich für die Geschichte Neuenrades interessiert, kann außerdem das vom Verein für Geschichte und Heimatpflege betriebene Stadtmuseum an der Ersten Straße 19 besuchen.

Immer am dritten Sonntag im Monat ist das Museum von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Stadt-, Industrie- und Verkehrsgeschichte aus Neuenrade werden dort gezeigt. Auch Sonderführungen können gebucht werden.

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