46-Jährige arbeitete schon beim Kreis

10.000-Euro-Prämie wirkt: Stadt im MK hat endlich neue Hausärztin

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Neuenrade – Eine zusätzliche Ärztin arbeitet ab Anfang Mai für das Medizinische Versorgungszentrum Neuenrade (MVZN).

Mohana Thayapararajah wird das Team des MVZN verstärken. Dabei hat die 46-Jährige durchaus Karriere-Möglichkeiten. Denn die ärztliche Leitung ist perspektivisch nicht ausgeschlossen, hieß es bei der Vorstellung am Montag. 

„Wir konnten an so einer qualifizierten Bewerbung nicht vorbeigehen“, sagten Stadtkämmerer Gerhard Schumacher, der ärztliche Leiter Michael Beringhoff, Bürgermeister Antonius Wieseman (CDU) und Daniel Wingen unisono bei der Vorstellung von Thayapararajah im kleinen Sitzungssaal. 

Vermittlungsprämie als Faktor

Wie Wingen (stellvertretender Fraktionsvorsitzender und zuständig für Gesundheitspolitik bei der Neuenrader CDU) zudem erläuterte, habe auch die 10 000-Euro-Vermittlungsprämie dabei eine Rolle gespielt. Diese wird fällig, wenn sich ein neuer Mediziner in der Hönnestadt ansiedelt und dort mindestens drei Jahre praktiziert. Das zeige, so Wingen, dass diese Anfang 2018 von der CDU initiierte Aktion nun zum Erfolg führe. Auch Fördergelder des Landes werde es geben, sagte Gerhard Schumacher. Gleichwohl hätten wirtschaftliche Erwägungen nicht die Hauptrolle gespielt. 

Vorstellungsrunde mit Corona-Sicherheitsabstand: (von links) Mohana Thayapararajah, Antonius Wiesemann, Gerhard Schumacher, Michael Beringhoff und Daniel Wingen.

Entscheidend dafür, dass die Medizinerin beim MVZ Neuenrade in der Praxis an der Zweiten Straße anfängt, ist zudem, dass sie in der Hönnestadt als Allgemeinmedizinerin arbeiten kann, ohne sich um Bürokratie kümmern zu müssen. Das machte die Medizinerin am Montag klar. Sie wolle vor allem als Ärztin arbeiten, sagte sie: „Ich kann mir im Moment nicht vorstellen, eine eigene Praxis zu führen.“ Auch vor diesem Hintergrund habe ihr das MVZN-Konzept zugesagt. Eben, weil sich Mediziner heutzutage scheuten, sich selbstständig zu machen, sei das Angebot eines Medizinischen Versorgungszentrums genau richtig. Auch im Kollegenkreis würden einige Ärzte das Angestelltendasein vorziehen. 

Ab Herbst eine Vollzeitstelle

Zunächst hat die 46-Jährige eine 31-Stunden-Stelle, die im Herbst zu einer Vollzeitstelle werden soll, erläuterte ihr ärztlicher Leiter, Michael Beringhoff. Die Stelle ist unbefristet. 

Mehr zum Medizinischen Versorgungszentrum Neuenrade lesen Sie hier.

Von den Möglichkeiten in Neuenrade hat die Ärztin bei den KV-Fahrten – das sind Hausbesuche im Rahmen des Medizinischen Notdienstes der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) – erfahren. So sei der Stein ins Rollen gekommen. Michael Beringhoff erhofft sich mittelfristig zudem eine Entlastung bei seiner medizinischen Tätigkeit. Durch die gewonnene Zeit könne er sich um die weitere Etablierung der Einrichtung – auch über Neuenrade hinaus – kümmern. 

Bürgermeister: Versorgung wird weiter verbessert

Bürgermeister Wiesemann, der auch Vorsitzender des MVZN-Verwaltungsrates ist, sagte, dass es für die Bürger beruhigend sei, zu erfahren, dass die Gesundheitsversorgung weiter verbessert werde. Schließlich werde nicht nur das MVZN personell aufgestockt, auch für eine weitere Praxis (Aouss Khateb steigt bei Dr. Paul Gotthardt ein) sei die Kontinuität gesichert. 

Mit der personellen Erweiterung des Medizinischen Versorgungszentrums gelte es nun in die Zukunft zu schauen – auch was die Räumlichkeiten anbelange. Da gelte es die Weichen zu stellen, um die Rahmenbedingungen in Sachen Parkplätze und Barrierefreiheit zu verbessern, sagte Antonius Wiesemann.

Mohana Thayapararajah ist 46 Jahre alt und Fachärztin für Allgemeinmedizin. Die entsprechende Weiterbildung hat sie in einer Lüdenscheider Gemeinschaftspraxis abgeleistet. Thayapararajah ist kanadische Staatsbürgerin, stammt ursprünglich aus Sri Lanka. Ihre Schulausbildung hat sie in Sri Lanka, Indien, Deutschland (Bergstadtgymnasium) und Toronto genossen. Sie studierte Medizin an Unis in Kanada, USA und St. Kitts und Nevis. Die medizinische Staatsprüfung für USA und Kanada hat sie abgeschlossen. 2011 zog es sie nach Deutschland, sie erhielt 2014 die deutsche Approbation und arbeitete im Klinikum Lüdenscheid als Fachärztin für Innere Medizin und kurzzeitig als Amtsärztin beim Kreis, bevor sie sich für die Allgemeinmedizin entschied.

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