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Nahwärmenetz: Überlegungen für Gebäudekomplex Niederheide

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Von: Peter von der Beck

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Der Niederheide-Komplex: Hönnequell-Schule, Hallenbad mit Lehrschwimmbecken und angeschlossener Turnhalle, eine Stadtbücherei, weitere Turnhallen. Hier könnte sich ein Nahwärmenetz lohnen.
Der Niederheide-Komplex: Hönnequell-Schule, Hallenbad mit Lehrschwimmbecken und angeschlossener Turnhalle, eine Stadtbücherei, weitere Turnhallen. Hier könnte sich ein Nahwärmenetz lohnen.  © von der Beck, Peter

Ein Nahwärmenetz für den Gebäudekomplex Niederheide: Diese Überlegungen gibt es derzeit innerhalb der Verwaltung und Kommunalpolitik. In Zeiten teurer Energie ist derzeit technische Kreativität gefragt - vor allem bei der Versorgung von meist tagsüber genutzten Gebäuden mit Wärme.

Neuenrade - Der Komplex Niederheide ist ein großes Ensemble städtischer Gebäude, das sich für eine besondere energetische Versorgung anbietet: Hier befindet sich eine große Schule, ein Hallenbad mit Lehrschwimmbecken und angeschlossener Turnhalle, eine Stadtbücherei, weitere Turnhallen. In Zeiten sehr teurer Energie ist daher technische Kreativität gefragt bei der Versorgung dieser meist tagsüber genutzten Gebäude mit Wärme.

Die Verwaltung und auch Kommunalpolitiker machen sich darüber schon länger Gedanken. Und in jüngster Zeit fällt dabei häufig das Stichwort „Nahwärmenetz“.

Abwärme von Abwasser nutzen

Wie Bauamtsleiter Marcus Henninger erläuterte, überlegt man, die Abwärme von Abwasser zu nutzen. Denn auf dem städtischen Gelände ist ein großer Abwassersammler zu finden, dessen Wärme genutzt werden könne, sagte Henninger auf Nachfrage. Es gibt einen Lenkungskreis in dem Kommunalpolitiker sitzen und sich mit derartigen Dingen befassen. In dem Rahmen gab es mehrere Gespräche. Klar ist: „Von der Politik wird das mitgetragen“, sagte Henninger.

Nahwärmenetz: Das bedeutet, über kurze Entfernung, Gebäude zu heizen und für warmes Wasser zu sorgen. Dabei kann das meist warme Abwasser mit Hilfe eines Wärmetauschers und Wärmepumpen genutzt werden.

Förderungen durch Bund und Land möglich

Henninger betonte: Es gelte eben, sich perspektivisch Gedanken zu machen. Und es stelle sich die Frage nach dem richtigen Moment: Während der Bund Kommunen erst ab 20 000 Einwohner fördern will, gebe es Überlegungen beim Land, schon bei 10 000 Einwohnern mit Förderungen loszulegen. Dann sei auch Neuenrade mit im Boot.

Das ist zumindest schon in Baden-Württemberg möglich, heißt es bei einem Energiedienstleister. Aktuell sei schon jemand beauftragt, die Grundlagen für das Nahwärmenetz zu ermitteln, sagte Henninger. Dabei spiele auch die Wirtschaftlichkeit eine Rolle. Und da stelle sich auch die Frage: „Wer macht es?“

Gefördert würde vom Bundeswirtschaftsministerium die Erstellung städtischer Wärmepläne durch fachkundige Dienstleister. Bis zum 31. Dezember 2023 können Kommunen – die Größenordnung ist eben noch nicht klar – für diesen neuen Schwerpunkt 90 Prozent Förderung erhalten. Für finanzschwache Kommunen soll es sogar die Vollfinanzierung geben.

Wärmeplanung als Grundlage für eine treibhausgasneutrale kommunale Wärmeversorgung

Die Wärmeplanung soll in Kommunen die Grundlage für eine treibhausgasneutrale kommunale Wärmeversorgung schaffen, heißt es beim Wirtschaftsministerium. Mithilfe der Wärmeplanung werde der zu erwartende Wärmebedarf einer Kommune ermittelt und mit einer auf erneuerbaren Quellen beruhenden Wärmeversorgungsinfrastruktur abgestimmt.

Nicht nur die Neuenrader Verwaltung und der Lenkungskreis stellen inzwischen schon konkrete Überlegungen an. Es soll auch schon Privatiers geben, die in Sachen Abwärmenutzung unterwegs sind.

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