Veranstaltung gegen Moscheebau

Nahe der Volksverhetzung? Kritik an Schwester Dogan

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Ordensschwester Hatune Dogan und die Vertreter der Bürgerinitiative „Neuenrade – Moscheebau verhindern“ Bettina Griesenbruch und Gerhard Jorga im Kulturschuppen.

Neuenrade – Konzentriert und gebannt hörte der Großteil der 30 Besucher den Ausführungen von Hatune Dogan zu. Die Ordensschwester war am Mittwochabend in Schwesterntracht zur Informationsveranstaltung der „Bürgerinitiative Neuenrade – Moscheebau verhindern“ in den Kulturschuppen gekommen.

Ganz in Schwarz, mit Nonnenhaube, eine große Kette mit Kreuz tragend, sprach sie frei über ihre Erfahrungen mit dem Islam. 

Das Publikum – einige wenige um die 30 Jahre oder jünger, der Großteil über 50 – hörte Dogan und ihre Erzählungen und persönlichen Erfahrungen zum Thema Christenverfolgung in der Osttürkei/Nordsyrien an. 

Vorwürfe an den "politischen Islam"

Und sie hörten die Vorwürfe an den „politischen Islam“, der hier in Deutschland in Moscheen schon kleine Kinder indoktriniere. So brachte sie das Beispiel eines muslimischen Jungen, der nach dem Moscheebesuch nicht mehr mit dem kleinen Christen befreundet sein wollte. Sie verwies auf die demografische Entwicklung, brachte das Beispiel eines Moslems mit vielen Frauen und vielen Kindern, der prima lebe ohne zu arbeiten. Vieles habe sie mitbekommen, weil sie eben Türkisch, Arabisch und auch Aramäisch sprechen würde. Sie nannte angebliche Methoden der vermeintlichen Islamisierung: Verdrängung anderer durch Belästigungen und Vergewaltigungen. Da gab es dann doch den Hinweis aus dem Publikum, dass das der Rechtsstaat hierzulande nicht zulassen würde. 

Schwester Hatune Dogan zu Gast bei der BI "Moscheebau verhindern"

Schwester Hatune betonte immer wieder, dass sie nichts gegen Muslime habe, aber eben gegen den politischen Islam sei. Denn dessen Protagonisten würden ihr Handeln, um Macht zu erlangen, durch den Koran legitimieren. Da gebe es sei zum Beispiel die „Takya“. 

Dürfen Muslime täuschen?

Das bedeutet nach Dogans Interpretation: Muslime dürften täuschen, solange sie nicht die Übermacht hätten. Zwischenzeitlich gingen auch Zuschauer nach Hause. Bettina Griesenbruch und Gerhard Jorga von der Bürgerinitiative meldeten sich auch zu Wort. Griesenbruch hatte eine Umfrage parat, welche unter anderem die positive Einstellung einer Mehrheit der Muslime für die Scharia belegen sollte. Jorga verwies auf die Zahl der Moscheen in Deutschland (2284). Er sprach auch von einer Verharmlosung des Islam, sagte, dass „wir mehr direkte Demokratie“ nach Schweizer Vorbild haben sollten. Dort gebe es eben das Minarettverbot. Es gelte allgemein die Stimme zu erheben, kritisch zu sein. Griesenbruch sagte, dass es gelte, Kritik zu üben. „Es bringt nichts, wenn wir hinterm Ofen sitzen bleiben.“ 

Auch Wachleiter Volker Bootz (rechts) war bei der Veranstaltung präsent. Es blieb alles ruhig.

In der anschließenden Diskussion ging es vor allem um die Angst, die in Deutschland herrschende Freiheit zu verlieren. Dazu gab es etliche Statements: Sei es in Sachen Gleichberechtigung oder anderer Dinge. Einer sagte: „Gegenseitige Toleranz ist nicht möglich“, die Islamisten seien „Argumenten nicht zugänglich“. Ein anderer sagte, dass die Deutschen durch ihre Nazi-Vergangenheit und den Mord an sechs Millionen Juden einen Schuldkomplex hätten und nun „alle Gutmenschen“ sein wollten. Es gab Statements zur Gülen-Bewegung, zur Situation in der Türkei. Zwischenzeitlich erwähnte Schwester Hatune noch Äthiopien, wo Christen zum Islam zwangskonvertiert würden. 

Grünen-Ratsherr erklärt Moschee-Projekt

Grünen-Politiker Dr. Karl Kaluza wurde schließlich aufgefordert, etwas zum geplanten Moscheebau in Neuenrade zu sagen. Kaluza blieb sachlich, verwies auf die Religionsfreiheit und das Baurecht. 

Sehr kritisch sah der Grüne Ralf Gäer die Veranstaltung. Er bezeichnete die Ausführungen von Dogan als „grauenvolle Hetze“. „Das ist nahe an der Volksverhetzung. Die Schwester kratzt daran“, kommentierte er Dogans Worte. „Vom Gefühl her“ richteten sich die Sätze der Ordensschwester eindeutig „gegen Muslime“. Juristisch sei das Gesagte allerdings kaum zu beanstanden, stellte Gäer fest. Er zitierte zudem Bischof Franz-Josef Overbeck, der sich 2016 gegen eine plakative Verwendung des Begriffs ,Politischer Islam’“ gewandt hätte – das sei ein populistischer Sprachstil. Das spalte die Gesellschaft, sagte Gäer. 

Vater Unser auf Aramäisch

Schwester Hatune Dogan jedenfalls sprach das Vater Unser auf Aramäisch. Sie wünschte allen Frieden und verschwand flott nach Ende der Veranstaltung.

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