Im närrischen Küntrop kocht die Gerüchteküche

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Bis in den Abend hinein wurde in der Küntroper Schützenhalle gelacht, geschunkelt und getanzt. Die Sketche der Theatergruppe kamen beim Publikum sehr gut an.

KÜNTROP -  Euro-Norm-Gebisse sind noch Fiktion – der Dorftratsch und die Gerüchteküche sind aber auch in Küntrop Realität. Die Theatergruppe der kfd ließ es sich am Montag nicht nehmen, beides in ihren Sketchen zu thematisieren. Den Senioren in der gut gefüllten Küntroper Schützenhalle gefiel das. Es wurde gelacht, gescherzt und zur Musik geschunkelt.

Zunächst ließen es die Senioren, von denen die meisten verkleidet waren, ruhig angehen. Gemeinsam wurde Kaffee getrunken und Kuchen gegessen. Alleinunterhalter Friedhelm Hill sorgte mit der karnevalsüblichen Mischung aus Schlagern und Popsongs für die musikalische Untermalung des Nachmittags.

Abrupt wurde es still in der Schützenhalle, als Waltraud Fuderholz die Theatergruppe ankündigte. Und deren Pointen saßen, fanden sich darin doch so manche typische Situationen aus dem Alltag wieder, etwa die „stille Post“ des Dorftratsches: Eine Nachbarin hatte es doch tatsächlich gewagt, tagsüber die Rollos nicht hochzuziehen. Das bietet den Dorffrauen Raum für Spekulationen, obwohl die Nachbarin doch noch Tags zuvor im Supermarkt gesehen wurde. „Hah!“, ruft eine der Frauen, da könne es sich dann ja nur um eine Fischvergiftung handeln. Passend dazu fällt der nächsten ein, sie habe in der Wohnstraße „den halben Morgen“ einen Motor laufen hören: „Das war bestimmt der Krankenwagen!“ Das Gespräch schaukelt sich immer weiter auf, jede neu eintreffende Frau weiß etwas beizutragen, bis sogar das Ableben der Nachbarin die Gerüchte-Runde macht. Als diese dann aber kerngesund auftaucht, ist doch auch klar, wer Schuld hat: „Die hätte aber wirklich einen Zettel an die Rollläden hängen können.“

Parodiert wird auch die Sprache der Krankenschwestern und Pflegerinnen mit ihren Patienten: „Na wie geht es uns denn heute?“ fragt eine als Krankenschwester kostümierte Schauspielerin. „Keine Ahnung, aber mir geht es gut!“, lautet die Antwort ihrer Patientin. Dafür gibt es von den Zuschauern spontanes Gelächter und zustimmenden Applaus. Mit fortschreitendem Nachmittag steigt die Stimmung. Zur Musik wird geschunkelt, getanzt, spontan startet das Publikum eine Polonaise.

Finaler Auftritt und einer der Höhepunkte des Abend ist das Tanzprogramm der „Dancing Teens“ aus Affeln. Die zwölf Mädchen, alle im Alter zwischen elf und 15 Jahren, begeistern die Zuschauer mit einem „Tanzbattle“: In zwei Gruppen, die eine im Stil der 60-er Jahre gekleidet, die anderen mit einem Outfit der 90-er, treten sie in einem sportlichen Duell der unterschiedlichen Tänze gegeneinander an. Doch keine der Gruppen gewinnt, letztlich kreieren sie einen Stilmix und tanzen gemeinsam. Eine Zugabe wird gefordert.

Von Sebastian Berndt

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