Sie nähen ihre Kostüme selbst

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Brief und Briefkasten dürften zu den ungewöhnlicheren Kostümen gehören, die es nicht in jedem Geschäft zu kaufen gibt. Ihre „Schöpferinnen“ haben sie nämlich selbst entworfen. 

Neuenrade - Der Karneval geht am Wochenende in seine Hochphase. Sein Kostüm kauft nicht jeder im Geschäft, denn viele nähen immer noch selbst. Warum macht man sich die Mühe, zu basteln und zu nähen, wenn man sein Kostüm vielleicht zum selben Preis oder gar günstiger bestellen kann?

Einige fleißige Näherinnen verraten die Gründe.

 „Helau, Alaaf, die Jecken sind los“ – das närrische Treiben geht in die Endphase und erreicht am Wochenende den Höhepunkt. Ob Clown, Cowboy oder Minnie Maus: Viele Kostüme sind unterwegs zu sehen. Andrea Kurschat hat in den vergangenen zwei Jahren mit ihren Kostümen in Küntrop bei der Altweiberparty den ersten Platz belegt: Einmal als Malificient und einmal als Augsburger Puppenkiste mit Jim Knopf. Viel Arbeit steckte in beiden Kostümen, zumal Kurschat im vergangenen Jahr alle drei Kostüme gemacht hat, denn da trat sie im Trio auf. „Ich kann selbst entscheiden, wie mein Kostüm aussehen soll, und achte da auf viele Kleinigkeiten. Details sind mir wichtig und die sind bei gekauften Kostümen oft gar nicht vorhanden“, erklärt sie.

Um das Geld gehe es gar nicht, die Materialien seien oftmals sogar teurer als ein gekauftes Kostüm. Anfangs nur Spaß, ist es bei ihr mittlerweile zum großen Hobby geworden. Es sei nicht alles perfekt. Aber es sei auch mal schön, für einen Tag etwas zu tragen, das nicht perfekt ist. Fast 100 Stunden rechnet sie für diese Kostüme ein, aber ganz genau lässt sich der Zeitaufwand nie errechnen. Auch bei dem Trio Claudia Perrin, Sabine Fröndt und Petra Levermann wird selbst genäht.

Mittlerweile blicken die drei Frauen auf zehn verschiedene Kostümarten. Claudia Perrin, die auch immer alle drei Kostüme näht, hat somit mehr als 30 Kostüme schon geschneidert. Doch die Hobbynäherin ist darin sehr geübt und macht es gerne. „Sabine und Petra machen für mich die Zuarbeiten, auftrennen etwas verkleben, bügeln, stecken oder von Hand nähen.“ 30 Stunden schon genäht, aber noch nicht ganz fertig ist das Kostüm von diesem Jahr. Steampunk ist das Motto für das Trio, das am kommenden Wochenende nach Köln fährt. „Die Idee kam schon im vergangenen Jahr, als wir eigentlich schon ein anderes Kostüm in Arbeit hatten. Das funktionierte nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Also wurde es kurzerhand in die Ecke geworfen und Steampunk übernommen“, erzählt Sabine Fröndt.

In diesem Jahr wurde das Kostüm verfeinert mit Accessoires die zum Thema gehören. Viele Zahnräder, Rollen und andere Details seien für das Motto wichtig. „Wir können unserer Fantasie freien Lauf lassen und wir haben viel Spaß im kreativen Prozess. Beim gemeinsamen Vorbereiten steigt die Vorfreude auf Karneval.“ Genau das bestätigen auch die Müllmädels, die im vergangenen Jahr in Garbeck den ersten Platz belegten. „Wir freuen uns darauf, gemeinsam zusammen zu sitzen, Ideen auszutauschen und kreativ zu sein“, erzählen sie. Bei neun Frauen kommen da schon viele Einfälle auf den Tisch. „Viele Ideen kommen auch oft erst, wenn man schon angefangen hat, dann entwickelt sich daraus etwas Neues und wird ergänzt“.

Bei der Truppe aus Affeln und Altenaffeln gibt es immer ein Motto und jede gestaltet ihr Kostüm so wie sie es mag. Auch da kommt es auf Details an. Eine Tasche hier, ein Handschuh dort eine Verzierung da, kein Kostüm gleicht dem anderen und die Geselligkeit spielt eine große Rolle. Auch wenn das Kostüm von diesem Jahr noch nicht preisgegeben wird, so stand es doch schon sehr früh fest. Egal, wie aufwendig, egal, ob Köln, Küntrop oder Garbeck: Die verschiedenen Kostüme werden auch in diesem Jahr wieder mit Liebe zum Detail überzeugen und alle Kostümierten werden sie mit Euphorie präsentieren, wenn es wieder Helau und Alaaf heißt.

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